Drei vor zehn vom 28. Juli: Neues aus der vertikalen Welt

Ein Fahrstuhl fährt durch die Geschichte, ein anderer bietet den Fahrgästen multimediale Panoramen. Da ist es doch fast schon erfrischend, dass ein Gastwirt eine Aufzugstörung selbst behebt. Und dann ist da ja noch Charlie Sheen, Badboy des amerikanischen TV und gelegentlicher Verschwörungstheoretiker, der jetzt im Fahrstuhl des World Trade Center stecken bleibt. Muss man das alles wissen? Muss man nicht. Wir halten Sie mit unserer Rubrik „Drei vor zehn“ dennoch auf dem Laufenden über Neues aus der Branche, alles, was mit vertikaler Mobilität zu tun hat, und alles, was Sie getrost wieder vergessen können.

Frankfurter Rundschau: Mit dem Fahrstuhl durch die Epochen

Illustration: Ogilvy & Mather Advertising Frankfurt via Museum Senckenberg

Wer hat als Kind nicht von einer Zeitmaschine geträumt? Gigantische Brachiosaurier-Herden beim Äsen beobachten, den Einfall der Hunnen live erleben, mit Leif Eriksson über das Nordmeer nach Amerika segeln. Jungenträume. Und beim Einsteigen in eine Fahrstuhlkabine dann immer die Hoffnung, dass statt Etagen- Jahreszahlen auf dem Bedienfeld leuchten. Man muss nur die Hand ausstrecken und seine Epoche wählen. Möglich wird dieses Szenario bald im Frankfurter Naturkundemuseum Senckenberg. Dort wird im Zuge der Renovierung nun ein sogenannter Erdzeitfahrstuhl eingebaut. Er soll die drei Etagen des Museums miteinander verbinden und auf seine Reise durch die Epochen der Erdgeschichte führen. Wie das genau umgesetzt wird, war den Museumsverantwortlichen noch nicht zu entlocken. Dafür lobt die Frankfurter Rundschau schon mal, dass hier Barrierefreiheit ganz spielerisch zur Attraktion gemacht wird. Diesem Jubel können wir uns vorbehaltlos anschließen. Und harren gespannt der Dinge, die da kommen mögen.

Den kompletten Artikel gibt es auf der Internetseite der Frankfurter Rundschau.

Invidis: OLED-Aufzug in neuem Seouler Hochhaus

Seoul Panorama im Aufzug: OLED-Technik im Lotte World Center. Foto: LG

Die Fahrstuhlfahrt wird smart – wir wissen das schon lange. Aber man muss schon bis nach Asien, genauer, Südkorea reisen, um das ganze Ausmaß dieses Trends zu erkennen. Denn dort schlagen einem die möglichen Dimensionen direkt ins Gesicht. So zumindest im Anfang des Jahres eröffneten Lotte World Tower in Seoul. Nicht nur, dass hier Doppeldecker zum Zuge kommen. Sie sind auch mit aktueller OLED-Technik ausgestattet, welche die Aufzugkabine in ein Rundumkino verwandeln. Gezeigt werden Panoramen der Stadt Seoul, was schon ein bisschen crazy ist, enden doch viele der Fahrten auf der Aussichtplattform des Gebäudes. Und von dort aus ergeben sich wiederum herrliche Blicke über die funkelnde Metropole. Dieser Fahrstuhl ist also nicht nur etwas für ganz Eilige, sondern auch für ganz besonders Ungeduldige, welche die Ankunft nicht erwarten können. Wir vermuten also für Leute, die als Kind schon während der Adventszeit heimlich ihre Geschenke gesucht und geöffnet haben. Auch aufregend. Aber längst nicht so schön wie eine richtige Bescherung.

Den ganzen Beitrag gibt es auf invidis.de.

Badische Zeitung: Gastwirt bringt Schrägaufzug ins Ziel

Dies ist eine Geschichte für all jene, die wehmütig an ihren alten VW-Käfer denken. Die ihr Moped noch selbst frisiert haben und die grundsätzlich jeder Technik misstrauen, die man nicht mit einem Tropfen Öl wieder flott machen kann. Und sie geht so: Die Dattlerbahn, der Schrägaufzug zum Freiburger Schlossberg, blieb stecken. Feuerwehr und Sanitäter waren bereits alarmiert, doch der Wirt des Schlossbergrestaurants krempelte die Ärmel auf, schob alle beiseite und rettete den Tag. Dazu rief er die Bergrettung, die ihm half, in die Kabine zu gelangen. Und dann musste er nur noch die Störungsmeldung so lange quittieren, bis der Aufzug ruckelnd und stockend an sein Ziel gelangte. Aufzug: Achtung, die Tür ist nicht zu! Gastwirt: Doch, ist sie! Aufzug: Ach so, na dann… ab geht die Fahrt. Moment mal, die Tür ist ja gar nicht zu. Ich bleibe sofort stehen! Gastwirt: Die Tür ist zu, Herrgodd nomol! Und so weiter, und so fort. Das ist er, der viel beschworene Dialog zwischen Mensch und Maschine. Willkommen im 21. Jahrhundert!

Die ganze Meldung liest man bei der Badischen Zeitung.

Prominent ignoriert: Charlie Sheen steckt im World Trade Center fest

Es ist eine tragische Geschichte. Und sie berührt tief. 9/11 hat rund um den Globus Entsetzen und eine Welle des Mitgefühls ausgelöst. Und bis heute sind die Narben nicht verheilt. Das gilt nicht nur, aber insbesondere für die USA. Und es war natürlich nur eine Frage der Zeit, bis die tragischen Ereignisse Gegenstand von Blockbustern würden. „Flug 93“ zum Beispiel, oder Oliver Stones „World Trade Center„. Nun kommt ein neuer hinzu, und in dem geht es um Menschen, die während der Anschläge im Fahrstuhl festsaßen. Whoopi Goldberg spielt darin eine wichtige Rolle, Jacqueline Bisset ebenso. Und eben auch Charlie Sheen, und da bekommt die Sache ein Gschmäckle. 2006 war der US-Star in der Radioshow von Alex Jones zu Gast. Einer der zentralen, ultra-rechten Figuren des postfaktischen Zeitalters. Und dort fabulierte Sheen über einen möglichen Regierungskomplott rund um 9/11. Und jetzt im Fahrstuhl hocken und auf die Tränendrüse drücken? Danke, dass ignorieren wir und halten uns lieber an die Fakten. Die sind erschütternd genug.

Den Beitrag zum Filmprojekt gibt’s bei heute.at.

 

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