Social Senkrechtstarter: Borussia überholt Bayern

Wer die Bundesliga-Tabelle in der Rückrunde nur noch rückwärts gelesen hat, um für Abwechslung zu sorgen, kann aufatmen: Die Borussen haben die Bayern am Ende doch noch klar auf die Plätze verwiesen. Zumindest auf Facebook. Über eine ähnliche aktive Fangemeinde verfügt – zumindest was likes, shares, reactions und Kommentare angeht – kein anderer Erstligist, wenn man der Analyse des Mediendienstes Meedia folgt. Hier die Top Five der erfolgreichsten Social Senkrechtstarter

Endlich wieder die Nummer eins – wenn das kein Grund zum Jubeln ist!

Mit sagenhaften 30.530.263 Interaktionen war die gelbe Wand in der Spielzeit 2016/17 besonders aktiv auf Facebook. Das berichtet Jens Schröder vom Medienportal Meedia. Thomas Tuchel hätte sich über so viel Zuwendung sicher auch gefreut. Aber „nur“ Platz drei in der Liga und der DFB-Pokal ist am Sonntag ja auch noch drin – wirklich schlecht ist die Saison doch nicht gelaufen. Sieht die Führungsetage der Borussen jedoch anders. Die Popularität des Vereins hat bei dem Hickhack um den „Istnunmalkeinklopp“ jedenfalls keinen Schaden genommen, wie dieser erste Platz eindrucksvoll belegt.

Lieber Arjen Robben: Auch ein zweiter Platz ist immer noch kein Grund, gleich auszurasten!

Anders dagegen beim Dauerkonkurrenten Bayern: Bislang kaum etwas Vorzeigbares gewonnen, das Feiern haben sie auch verlernt, und jetzt auch noch das – rund 11 Millionen Klicks hinter den Borussen gehen sie nur als zweite über die Ziellinie. Schlappe 19.908.169 Mal rafften sich die Lederhosen dazu auf, ihrem Verein im Internet Beistand zu leisten. Lag’s am Wetter? An der Bierdusche? Oder war die letzte Maß am Ende doch schlecht? Man weiß es nicht. Vielleicht muss doch das alte Feierbiest wieder ran? Meister und Pokalsieger wurden die Bayern mit ihm. Und in der Champions League war erst im Finale Schluss. Da gebe es natürlich auch auf Facebook mehr zu quatschen. Na ja, die zweite Saison mit van Gaal hat den Bayern ja schon einmal die Feierlaune ruiniert…

UPDATE: Die Schmach ließen die Bayern natürlich nicht lange auf sich sitzen, zumal die Abteilung Attacke ja wieder in voller Mannstärke besetzt ist. Hier wurden Äpfel mit Birnen verglichen, grantelt es aus der ehemaligen „Weltstadt mit Herz“. Und reklamiert ein babylonisches Missverständnis. Als Weltclub habe man eben Facebookseiten in fünf verschiedenen Sprachen. Wir fragen uns: Wie übersetzt man „Mia san mia“ ins Spanische? Und wiederspricht sich das dann nicht irgendwie selbst?

Nee Rudi, der Pokal bleibt hier! Und auch Europa musst Du dir vorerst abschminken. Kleiner Trost: Eure Fans haben euch weiter lieb!

Sportliche Leistungen sind wohl eher kein Gradmesser dafür, wie gut welcher Verein bei Facebook punkten kann. Sonst käme Schalke hier sicher nicht auf Platz drei. Aber dafür war ja auch nur noch mickrige 5.297.098 Interaktionen notwendig. Wer weiß, wenn man mit 43 Punkten schon europäisch würde – die Schalker wären jetzt dabei! Aber Platz zehn in der Liga ist enttäuschend. Deshalb gönnen wir den Blau-Weißen diesen dritten Platz. Nächste Saison braucht ihr aber dringend ein Konzept – sonst fahrt ihr nicht nur bei Facebook wieder gegen die gelbe Wand.

Da können sich die Bayern noch eine Scheibe abschneiden: So feierte Gladbach seine fünfte Meisterschaft (wenn auch nicht in Folge).

Noch mehr Preußen folgen auf Platz vier: Borussia Mönchengladbach kann sich über die Anteilnahme ihrer Fans nicht beklagen. 3.328.205 Interaktionen sind zwar kein Grund zum Jubeln – aber lieber auf Facebook den Schalkern den Vortritt lassen, und dafür in der Tabelle die Nase vorn haben. Wenn auch nur mit mageren zwei Punkten. Aber immerhin, stand im Herbst doch noch auf Rang 14.

Von hinten betrachtet die Nummer eins unserer Top Five: Rückrunden Überraschung Werder Bremen.

Dass Werder Bremen erst auf Platz fünf auftaucht, sollte niemanden täuschen. Die Norddeutschen sind eben generell ein wenig Maulfaul. Es verhält sich mit Werder-Likes ein bisschen so, wie mit Menschen- und Hundejahren. Wenn die Fans der Grün-Weißen also 3.236.321 Mal interagieren ist das in etwa vergleichbar mit … Moment … mal sieben … einen im Sinn – gleich haben wir’s: 22.654.247 Dortmunder Interaktionen. Die Bremer sind also die wahren Gewinner! Lohnt sich wieder einmal, die Tabelle von hinten zu lesen. Zumal sich die Werderaner von Platz 15 (Herbst) auf Platz vier (Frühjahr) hochgearbeitet haben – und damit noch einen schmeichelhaften achten Platz belegen konnten. Sogar Europa war kurz mal greifbar, aber europäisch (ersten sechs Plätze) sind sie nun trotzdem nur auf Facebook…

Titelbild: Wikicommons/ Florian K.

 

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