Schindler Global Award 2017: Das sind die Sieger

Der Schindler Global Award 2017 ist entschieden. Gefragt war bei der 14. Auflage des Wettbewerbes ein Mobilitätskonzept für ein städtisches Entwicklungsgebiet in der brasilianischen Metropole São Paulo. Aus mehr als 150 Teams aus 46 Nationen hat die hochkarätig besetzte Jury in einem zehnmonatigen Auswahlprozess zunächst die zwölf Finalisten bestimmt – und sich nun für die drei überzeugendsten Konzepte entschieden.

Gekonnte Analyse: Die Erstplatzierten spielten ihren Heimvorteil voll aus.

Ein zweimal beschriebenes Pergament – das bedeutet der Titel des Siegerprojekts übersetzt. Palimpsest: Wie eine zweite Handschrift legt sich der Entwurf über die vorhandenen Strukturen in dem Entwicklungsgebiet in São Paulo. Ergänzt, wo nötig, integriert, wo möglich und kooperiert, wo es sinnvoll ist. So viel Einfühlungsvermögen kommt nicht von ungefähr. Die Studenten Eduardo Ganança, Luiz Boschi Grecco und Jessica Luchesi studieren an der Faculdade de Arquitetura e Urbanismo da Universidade de São Paulo. Also der örtlichen Hochschule für Architektur und Urbanismusforschung. Das Team um Professor Doktor Fábio Mariz Gonçalves darf sich über den ersten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 25.000 USD freuen. Besonders lobte die Jury die “literarische Qualität” des Entwurfs sowie die “hohen Ambitionen auf sozialer und städtebaulicher Ebene bei einer gleichzeitig positiven Bescheidenheit bei den Entscheidungen über die baulichen Umsetzungen.”

Verdichtung von der Peripherie zum Zentrum

Optisch überzeugend: Beim Zweitplatzierten lobte die Jury insbesondere die schönen Zeichnungen.

Die klare Struktur und Flexibilität stellte die Jury bei dem zweitplatzierten Entwurf “Strategy open City” heraus. Den Studenten Niti Malik und Alisa Labrenz standen dabei gleich fünf Lehrenden zur Seite: Prof. Dr. Marc Angélil, Guillaume Dopchie, Guillermo Dürig, Marcin Ganczarski und Ciro Miguel von der ETH Zürich. Zentral für diese Arbeit war die Verdichtung des Areals von der Peripherie zum Zentrum. Besonders ausgewogen sei auch das Grunddesign aus öffentlichen und privaten Räumen. Die Ausarbeitung überzeuge gerade auch durch die “wunderschöne Übersetzung in einen erfrischenden Erguss von Zeichnungen”, urteilte die Jury. Belohnt wurde das überzeugende Konzept mit 15.000 USD.

Leben in einer urban-ökologischen Ökonomie

Ökonomie und Ökologie im Einklang: Die Drittplatzierten sehen die Stadt als ein Geflecht aus Wirtschaft und Natur.

Von Grau zu Grün (Gray to Green) transformieren die Drittplatzierten das Stadtviertel in ihrem Entwurf. Das Team aus den Studierenden Jianfeng Lin, Luqing Liu, Yangwenbo Xue, Fenghuang Zheng der Fujian University of Technology will den Antagonismus zwischen Umwelt und Ökonomie aufheben. Dafür zeigen sie, wie sich die Felder Ökologie, Stadtverdichtung, Industrie und Mobilität mit Gewinn für die Umwelt und die Wirtschaftlichkeit des Ortes nutzen lassen. Betreut wurde das Projekt von den Lehrenden Prof. Dr. Chia-Peng Chou, Assoc. Prof. Zhihong Yu, Assoc. Prof. Zheng Wu und Wei Xu. Preisgeld: 12.500 Euro.

Die zwölfköpfige Jury um die Präsidentin Anna Dietzsch vergab in diesem Jahr insgesamt zwölf Preise und 105.000 Dollar Preisgeld, die vom Veranstalter Schindler gesponsert wurden.

Alle Finalisten sowie deren Projekte finden sich auf der Website des Awards.

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