Seiner Zeit voraus: Schindler Ahead

Auf der Hannover Messe hat Schindler am Montag seine neue digitale Plattform „Schindler Ahead“ vorgestellt. Der Lift wird smart, vernetzt sich und ist dabei auch noch unterhaltsam. Wie das alles zusammenhängt? Das lesen Sie in unserem Messebericht …

Breakdance, Lichtshow, Medienrummel: Der erste Tag auf der Hannover Messe war ungewöhnlich glamourös. Denn wenn geschäftige Fachbesucher einen Moment innehalten, lachen, klatschen und sich in Menschentrauben sammeln, dann ist schon ein ziemlicher Erfolg. So geschehen am Montag am Stand der Schindler Group. Auf zwei Etagen erstreckt sich der imposante Messebau in diesem Jahr. Dort können die Besucher erleben, was sich hinter Schindlers jüngster technischer Innovation verbirgt. Schindler Ahead, das ist ein Versprechen für die Zukunft, das man schon heute erleben kann.

Präsentierten Schindler Ahead auf der Messe Hannover (v.l.n.r.): Dr. Meinolf Pohl, CEO Schindler Deutschland, Thomas Oetterli, CEO Schindler Group, Michael Nilles, CDO Schindler Group. Foto: Schindler/ Lang Films.

„Mit Schindler Ahead haben wir eine digitale Plattform für intelligente und zukunftsfähige Mobilitätslösungen geschaffen“, erklärte Schindler Group CEO Thomas Oetterli das Konzept bei der Pressekonferenz zum Auftakt. Und Michael Nilles, Chief Digital Officer der Schindler Group, ergänzte: Durch den Einsatz innovativer Technologien wie Internet of Things, Edge Computing und Advanced Analytics können wir Kunden und Passagieren Echtzeitdaten, Transparenz erhöhte Zuverlässigkeit und Komfort bieten.“ Doch worum geht es dabei im Detail?

Kosten senken, Spaßfaktor erhöhen

Attraktion: Die Doorshow auf dem Schindler Messestand. Foto: Jan Ahrenberg

Eine der attraktivsten Innovationen im Zuge der neuen Strategie wird den Fahrgästen bereits in naher Zukunft im Alltag begegnen. Die „Doorshow“ ist ein Konzept, dass den Fahrgästen künftig die Wartezeit vor dem Lift versüßen soll. Ein Beamer ist dabei in der Lage, jeden gewünschten Inhalt auf die Fahrstuhltür zu projizieren – das kann eine Werbebotschaft sein, Informationen wie Schlagzeilen und Wetterberichte, oder aber einfach künstlerisch ansprechende oder humorvolle Clips. Der Clou: Jeder Projektor ist netzwerkfähig, lässt also auch aus der Ferne bespielen und steuern. Im Innern der Kabine übernehmen künftig sogenannte Blackboards eine ganz ähnliche Funktion. Sie unterstützen zudem auch Apps, die sich personalisieren lassen. Supermärkte oder Restaurants können hier auch ihre neuesten Angebote bewerben. Blackboard und Doorshow sind auf dem deutschen Markt übrigens schon erhältlich.

Der Aufzug im Internet der Dinge

Hoch hinaus: Auf seinem Messestand wirft Schindler Fragen zur Zukunft der vertikalen Mobilität – und liefert die Antworten gleich mit. Foto: Jan Ahrenberg

Andere Neuerungen sind eher dezent. Für Eigentümer und Facility Manager bedeuten sie jedoch einen großen Sprung nach vorn. Schindler hat mit seinen Industriepartnern Huawei und GE Digital ein Netzwerk entwickelt, das relevante Informationen in Echtzeit an alle Beteiligten übermittelt. Von Huawei stammt dabei die smarte Box, die in der Fahrstuhlkabine Daten sammelt und vorfiltert, so dass alle wichtigen Informationen jederzeit gebündelt für Techniker, Eigentümer und das Schindler Kundenzentrum zur Verfügung stehen. GE Digital entwickelte eine Cloudlösung, welche die empfangenen Daten anhand bereits bekannter Szenarien interpretiert und weiterleitet. Das heißt konkret: Die Box überwacht den Zustand des Fahrstuhls und sendet die relevanten Informationen in die Cloud. Dort werden die Daten anhand von Erfahrungswerten und früherer Daten analysiert. Und sobald sich ein Verschleiß ankündigt, erhält der zuständige Techniker eine Handlungsempfehlung. Planned Maintenance heißt das im Fachjargon – prädiktive Wartung. Denn Handeln bevor ein Schaden entsteht spart Zeit, Kosten und reduziert die Ausfallzeiten.

Digitale Dokumentation

Doch das Data Sourcing hilft nicht nur, den Fahrstuhl in Gang zu halten. Für Anlagenbetreiber stehen künftig alle Information gebündelt im Ahead LogBook zur Verfügung. Die web-basierte Anwendung umfasst die Anlagendokumentation einschließlich aller Zertifikate, Zeichnungen und Handbücher. Auch die Service-Historie ist so immer zur Hand – für Behörden, Techniker und alle anderen Gewerke in einem Gebäude. „So verbessert Schindler Ahead die Sicherheit, die Verfügbarkeit und die Zuverlässigkeit unserer Anlagen“, sagte Dr. Meinhof Pohle, CEO von Schindler Deutschland zum Abschluss der Pressekonferenz. Und die innovationsoffene Plattform wird sich beständig weiterentwickeln. Wie? Darüber wird Sie der Senkrechtstarter natürlich auch künftig auf dem Laufenden halten.

2 Kommentare

    • Jan Steeger

      Nicht unbedingt. Das hängt davon ab, wie der Aufzugbetreiber die Doorshow nutzen möchte. Es können auch Gebäudeinformationen, Nachrichten oder der Wetterbericht, im Notfall auch Fluchtwege angezeigt werden.

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