Aufzüge in aller Welt: Sky Tower Aufzüge in Auckland

Wer einmal erleben will, wie einem buchstäblich der Boden unter den Füßen weggleitet, sollte sich auf die andere Seite des Erdballs begeben: Im neuseeländischen Auckland erklimmen gleich drei Fahrstühle mit gläsernen Böden den örtlichen Funkturm: die Sky Tower Aufzüge.

Skyline von Auckland mit Waitemata Harbour, Fährdock und der Skytower. Foto: Jorge Royan/ WikiCommons

Skyline von Auckland mit Waitemata Harbour, Fährdock und der Sky Tower. Foto: Jorge Royan/ WikiCommons

Imposante 328 Meter bohrt sich der Auckland Sky Tower seit 1997 in den neuseeländischen Himmel: Besucher genießen die 360-Grad-Sicht auf die Stadt, den Hafen und, bei guter Fernsicht, auf die 82 Kilometer entfernten Great Barrier Islands. Je nach Beschaffenheit ihres Nervenkostüms können sie dabei zwischen der gemächlich rotierenden Bar, einem Restaurant oder dem panoramaglasgeschützten Sky Deck in 220 Meter Höhe wählen. Und da Neuseeland das Land der Fallschirmspringer, Wildwasser-Rafter und Baumwipfel-Kletterer ist, hält der Sky Tower natürlich auch noch eine Option für Adrenalin-Junkies parat: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Spaziergang auf einem nur 1,2 Meter breiten Sims ohne Brüstung in 192 Meter Höhe?

Gut, Harnisch und Sicherheitsseil sorgen bei diesem riskanten Ausflug für ein rudimentäres Sicherheitsgefühl. Nur dumm, dass sich der Nebenmann gerade kopfüber in den Abgrund stürzt …

Rasante Fahrt mit Sky Tower Aufzügen

Die Neuseeländer nennen diese spezielle Art der Todesverachtung lässig SkyJump, als handele es sich dabei nur um die neue Kollektion eines amerikanischen Basketball-Stars. Bungee-Jumping ist auf der grünen Insel eben Nationalsport, der Neuseeländer A. J. Hackett war Ende der 1980er-Jahre der erste, der den mehr oder minder kontrollierten Sprung in die Tiefe kommerzialisierte.

Bildschirmfoto 2016-10-04 um 11.51.07Dagegen mutet die rasante Fahrt in einem der drei Fahrstühle mit gläsernem Fußboden nun schon fast konservativ an. Als Visitenkarte für die Attraktionen an der Spitze eignen sie sich jedoch ganz vorzüglich: In nur 40 Sekunden überwinden sie die 220 Höhenmeter bis zur obersten Plattform. Ein durchschnittlicher Fußgänger würde für die gleiche Distanz rund eine halbe Stunde brauchen – zumindest, wenn er die anfängliche Geschwindigkeit von vier Kilometer pro Stunde auch bis zur Spitze durchhält. Was zu bezweifeln ist.

Die Geschwindigkeitsrekord in dieser Disziplin hält übrigens ein Deutscher: Thomas Dold schaffte den Aufstieg 2009 in nur 4 Minuten und 53 Sekunden. Und war damit immer noch rund siebeneinhalb Mal langsamer als die Maschinen.

Den spektakulären Ausblick auf Auckland, den die Fahrstühle dank verglaster Fassade schon beim Aufstieg bieten, wird Dold dabei kaum genossen haben können – und auch nicht das aufregende Kribbeln, wenn sich unter den Füßen plötzlich ein scheinbar bodenloses Loch auftut.

Beim – fast – freien Fall zurück auf den Boden der Tatsachen entfährt jedenfalls manch einem Fahrgast ein ebenso langgezogener Schreckensschrei wie den Bungee-Jumpern an der Außenseite des Turms…Kostprobe gefällig?

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