Vertikale Mobilität im Kristall

Eines der ersten Plusprimärenergiegebäude Deutschlands steht am Hauptsitz der LVM Versicherung in Münster: Bei dem 18-geschossigen Bürogebäude, entworfen von dem koreanischen Architekten Duk-Kyu Ryang und realisiert von HPP, standen eine nachhaltige Bauweise und flexible Bürostrukturen ganz oben auf der Agenda. Selbst die Aufzüge folgen diesem Leitbild und zieren den Titel der aktuellen Elevator World.

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Titelseite der Fachzeitschrift „Elevator World“ im September 2016

Ursprünglich als „LVM5“ bezeichnet, hat sich inzwischen der Name „Kristall“ durchgesetzt. Denn von außen besticht der 63 Meter hohe Turm durch seine spitz zulaufenden, schräg gestellten Doppelfassaden. Im Innern setzt die Versicherungsgesellschaft auf ein offenes Raumkonzept mit einer freien Grundrissgestaltung und eigens entwickeltem Farbkonzept. Neben technischen Maßnahmen wie einer Geothermie-Anlage und einer biogasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplung leisten auch die Aufzüge einen Beitrag zur positiven Energiebilanz des Kristalls. Über einen Wechselrichter wird überschüssige Energie aus Brems- und Beschleunigungsvorgängen zurück in das Versorgungsnetz des Gebäudes geleitet.

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Bildquelle: LVM Versicherung/Heiner Witte

Drei Anlagen des Herstellers Schindler setzen das flexible Bürokonzept in der Vertikalen fort. Ein weiterer Panoramaaufzug mit einer runden Kabine verkehrt ausschließlich in den obersten Etagen der Skylobby. Für einen reibungslosen Betrieb sorgt das Verkehrsmanagementsystem PORT. Es garantiert eine optimale Auslastung der Anlagen und reduziert Wartezeiten vor den Aufzügen. Gleichzeitig wird weitere Energie gespart. Als besonderer Clou wurde das Farbleitsystem der Etagen in den Kabinen wieder aufgenommen. Über eine verglaste Rückwand blicken die Aufzugsnutzer gegen eine weiß gestrichene und farblich illuminierte Schachtwand. Verdeckt angebrachte LEDs passen sich den Farbcodes der jeweiligen Etagen an und sorgen so für ein abwechslungsreiches Fahrerlebnis. Die Aufzugsmaschinenräume wurden kurzerhand im Untergeschoss untergebracht. Getreu dem Motto „das Dach ist die fünfte Fassade“ sollten keine Technikaufbauten die glatten Außenflächen des edlen Kristalls stören.

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