Aufzug auf der Leinwand: Fahrstuhl zum Schafott

Tatort des Grauens, Platz für Erotik: Wenn in Filmen oder Serien Menschen in einen Aufzug steigen, ändert sich so einiges. Wir zeigen die besten Fahrstuhlszenen der TV- und Kinogeschichte. Diesmal: der König der Aufzugfilme.

Es lebe der Bahnhofskiosk! Glaubt man der Legende, haben wir ebenjener Einrichtung einen legendären Film noir zu verdanken – und einen Vorläufer der berühmten Nouvelle Vague. Der französische Regisseur Alain Cavalier soll einst an einem solchen Bahnhofskiosk den Krimi Ascenseur pour l’échafaud gekauft haben, zu Deutsch: Fahrstuhl zum Schafott. Nach dem Lesen erzählte er seinem Freund Louis Malle von dem Roman, und der wiederum ließ ihn prompt zu einem Drehbuch umschreiben und verfilmte ihn.

Der Rest ist bekannt: Im Jahr 1958 kam die Geschichte um ein Liebespaar und deren unheilvolle Verwicklungen in die Kinos und verhalf gleich mehreren Menschen zum Durchbruch: Louis Malle als Regisseur, denn Fahrstuhl zum Schafott war sein erster eigener Spielfilm. Jeanne Moreau als Schauspielerin, zuvor hatte sie fast nur in B-Movies mitgespielt. Und schließlich auch Miles Davis als Filmkomponisten, der den Segen der Spontaneität für sich entdeckte: In nur einer Nacht, zwischen zehn Uhr abends und fünf Uhr früh, spielte er den melancholischen Jazz-Soundtrack mit dem charakteristischen Trompeten-Sound in einem Studio an den Champs-Élysées komplett improvisiert ein.

Worum geht’s in Fahrstuhl zum Schafott?

Das Liebespaar Julien Tavernier (Maurice Ronet) und Florence Carala (Jeanne Moreau) hat ein Problem. Florence ist mit dem Industriellen Simon Carala (Jean Wall) verheiratet, der einem uneingeschränkten Glück in Zweisamkeit entgegensteht. In den beiden Verliebten reift der Plan, den unliebsamen Ehemann zu beseitigen. Da Julien als ehemaliger Offizier die notwendige Entschlossenheit mitbringt und in Caralas Unternehmen beschäftigt ist, glaubt er, den perfekt ersonnenen Mordplan ausführen zu können. Julien will Simon in dessen Büro töten. Bei der Umsetzung unterläuft ihm aber ein dummer Fehler, der ihn als Täter verraten könnte. Julien versucht, das verräterische Indiz zu beseitigen, bleibt aber mit dem Fahrstuhl stecken, da der Hausmeister des Gebäudes über Nacht den Strom abschaltet. Juliens Gefangenschaft im Fahrstuhl setzt eine Reihe dramatischer Ereignisse in Gang, da seine Geliebte auf der Suche nach ihm durch Paris irrt und ein Krimineller mit seiner Freundin Juliens Auto stiehlt.
Quelle: filmstarts.de

Worum geht’s im Fahrstuhl?

Im Aufzug selbst geht’s um herzlich wenig, denn Julien Tavernier steckt fest und ist zum Warten verdammt. Doch gerade dadurch nimmt das Unheil seinen Lauf: Eine Frau fühlt sich betrogen und zwei Menschen sterben – nur weil der Hausmeister am Samstagabend den Strom abstellt…


Elevator To The Gallows von FilmGorillas

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