Hold the Door: Wie Game of Thrones den Aufzug erobert

Wenn Ihnen dieser Tage im Aufzug jemand „Hodor“ hinterherruft und Sie verständnislos reagieren, dann gehören Sie zu den wenigen Menschen, die nicht Game of Thrones schauen. Damit Sie aber trotzdem wissen, was Sie in einem solchen Fall antworten müssen, kommt hier ein kurzes Recap.

Doch vorher noch: Spoilerwarnung! Wer sich gerade noch durch die fünfte Staffel der Erfolgsserie „bingt“, möge bitte an dieser Stelle nicht weiterlesen und sich wieder dem Tagesgeschäft widmen. Dass wir uns im Senkrechtstarter-Blog überhaupt mit einer Fantasy-Serie beschäftigen, ist erklärungsbedürftig, aber das haben wir bereits ausführlich thematisiert. Die Kurzfassung lautet: Die Serie hat einen Aufzug und ist ein popkulturelles Ereignis, an dem man dieser Tage nur schwer vorbeikommt. Jetzt umso mehr, da sie selbst den Alltag derjenigen beeinflusst, die mit Game of Thrones (GoT) nichts am Hut haben. So dürften sich in der vergangenen Woche nicht wenige gewundert haben, was es mit den „Hodor“-Rufen in Aufzügen und an Eingangstüren auf sich hat, die allerorten zu hören waren. Zudem klebten auf einigen Aufzugstableaus Fotos eines bärtigen Mannes neben dem Tür-auf-Knopf. Auf Twitter lassen sich zahlreiche Beispiele finden:

Der bärtige Mann ist Hodor, der bärenstarke und gutmütige Beschützer von Bran Stark, eine der Hauptfiguren von GoT. Seit dieser in der ersten Staffel von Jaime Lannister aus dem Fenster gestoßen wurde und seither querschnittsgelähmt ist, wird er von seinem Diener Hodor durch die weiteren Staffeln getragen. Hodor hat seinen Namen nicht vor ungefähr: Hodor ist das einzige Wort, das der getreue Vasall von sich geben kann, und seither rätseln die Fans der Serie und der Romanreihe A Song of Ice and Fire von George R. R. Martin, auf der GoT basiert, was es mit diesem Wort auf sich hat.

In der fünften Folge der sechsten Staffel, The Door, ist das Geheimnis endlich gelüftet worden. „Hodor“ steht für den englischen Ausdruck „Hold the Door“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Halte die Tür“. In der finalen Szene der Folge sagt Wylis, wie Hodor wirklich heißt, diesen Satz immer und immer wieder vor sich her, während er verzweifelt versucht, eine Tür zuzuhalten, durch die eine ganze Armee von Untoten dringen will. Am Ende wird aus diesem Satz „Hold the Door“ nur noch ein „Hodor“ und Wylis geht den Weg, den vor ihm bereits viele der Hauptprotagonisten von GoT  – 739, um genau zu sein, gegangen sind: Er stirbt.

Diese Szene hat viele GoT-Fans tief berührt und so ist es kein Wunder, dass der Ausdruck „Hodor“ nun auch seinen Weg in unseren Alltag gefunden hat, nämlich genau dort, wo „Hold the Door“ gerufen wird: im Aufzug. Im englischsprachigen Raum ist das eine gebräuchliche Wendung, um bereits in der Aufzugskabine befindliche Personen darum zu bitten, die Tür aufzuhalten, damit man noch zusteigen kann. Durch GoT wurde der „Hold the Door“-Knopf nun zum „Hodor“-Knopf, und nun können manche Leute gar nicht genug davon bekommen, ihrer Umwelt zu demonstrieren, dass sie zu den eingeweihten GoT-Guckern gehören.

Die inflationären „Hodor“-Rufe haben jetzt sogar die Produzenten von Game of Thrones dazu gebracht, sich öffentlich zu entschuldigen. Nicht für den Tod Hodors, sondern für „all die Idioten, die jedes Mal Hodor rufen, wenn sie durch eine Tür gehen“, gaben GoT-Macher David Benioff und D.B. Weiss in einem Video beim Late-Night-Talker Jimmy Kimmel zum Besten. Und was sie mit solchen vorwitzigen Zeitgenossen am liebsten machen würden, haben sie auch in der gewohnten GoT-Drastik demonstriert.

Funfact: Bereits vor drei Jahren hatte der Schriftsteller und Blogger Michael A. Ventrella einen Verdacht, was es mit dem Begriff Hodor auf sich haben könnte. Bei einer gemeinsamen Aufzugsfahrt erzählte ihm GoT-Erfinder George R. R. Martin am Rande einer Tagung nämlich einst, dass er immer Liftboy werden wollte, falls es mal mit der Schreiberei nicht klappt. Als Ventrella ihn bei einer weiteren gemeinsamen Aufzugsfahrt dann mit seiner These konfrontierte, dass „Hodor“ für „Hold the Door“ stehen könnte, erwiderte dieser: „You don’t know how close to the truth you are!“

Funfact 2: Der Schauspieler Sam Coleman, der den jungen Hodor/Wylis in GoT spielt, hat jetzt auch einen Song mit dem Titel „Hold The Door“ veröffentlicht.

1 Kommentare

  1. Die Szene fand ich einfach ubertrieben, es gibt zahlreiche bessere Character-Entwicklungen und jetzt sind alle damit besesst… naja, es war gut für eile Weile, aber nun ist die Witze uralt.
    LG
    Ulli

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