Basel bekommt Hochhaus „Meret Oppenheim“

Eine schweizerische Künstlerin wird Namenspatronin eines neuen Wohnturms – und der Entwurf dafür stammt von einem der renommiertesten Architekturbüros der Welt.

"Frühstück im Pelz" © Wikimedia Commons/Antonio Campoy Ederra

„Frühstück im Pelz“ © Wikimedia Commons/Antonio Campoy Ederra

Eines ihrer bekanntesten Werke war eine flauschige Kaffeetasse, das „Frühstück im Pelz“: Indem sie Dinge des Alltags verfremdete, wollte die 1913 in Berlin geborene Künstlerin Meret Oppenheim den Blick schärfen. Heute darf man die Surrealistin in einem Atemzug nennen mit Marcel Duchamp, dem Vater der Ready-mades.

Die Stadt Basel würdigt Oppenheim nun auf besondere Weise. In der schweizerischen Metropole war die Künstlerin 1985 gestorben, 2003 wurde hier eine Straße nach ihr benannt. Bald trägt auch ein Hochhaus den Namen der Surrealistin.

© Screenshot herzogdemeuron.com

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Und der Turm am Südportal des Centralbahnhofs im Stadtteil Gundelingen wird auch noch von äußerst namhaften Architekten geschaffen: Das in Basel ansässige Büro Herzog & de Meuron, Pritzker-Preisträger von 2001, war erst kürzlich mit seinem Erweiterungsbau für die Tate Gallery of Modern Art in London in den weltweiten Schlagzeilen. Neben dem Museum zeichnen Jacques Herzog und Pierre de Meuron auch verantwortlich für die Münchner Allianz Arena, das als „Vogelnest“ bekannte Nationalstadion von Peking sowie die Elbphilharmonie.

© Screenshot herzogdemeuron.com

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Das Meret Oppenheim Hochhaus dürfte allerdings deutlich schneller fertig werden als das Konzerthaus in Hamburg. Ab Ende 2018 sollen die mehr als 25.000 Quadratmeter Nutzfläche zum Einsatz kommen, 90 Meter wird der Turm in die Höhe ragen. Das Besondere an dessen Fassade: Sie wir immer anders aussehen, denn die geschosshohen, faltbaren Fensterläden können von den Bewohnern selbst gesteuert werden. Zudem erweckt der Bau den Eindruck von aufeinandergestapelten Kästen, weshalb der Turm einmal den Arbeitstitel „Stapelvolumen“ trug.

© Screenshot herzogdemeuron.com

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153 Wohnungen soll das Hochhaus mit seinen 25 Stockwerken nach der Fertigstellung bieten. Auch das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) wird auf drei Etagen einziehen, im Ergeschoss ist ein Restaurant geplant.

Der Turm ist Teil eines größeren Projekts: Laut Investor SBB soll der Meret-Oppenheim-Platz mithilfe von Bäumen und Sitzgelegenheiten zu einer „attraktiven Begegnungszone“ umgestaltet werden.

Am Freitag erfolgte die feierliche Grundsteinlegung, eine Kupferkassette wurde im Boden versenkt. Neben Ton- und Digitaldokumenten enthielt sie Aufzeichnungen von Meret Oppenheim.

Mehr dazu unter srf.ch und badische-zeitung.de sowie auf moh-basel.ch und herzogdemeuron.com.

 

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