Drei vor zehn vom 22.04.2016: Neues aus der vertikalen Welt

München entscheidet sich für den Aufzug, London gegen die goldene Rolltreppen-Regel und in Berlin muss man sich zwischen Aufzug und Blumenkübel entschieden: Mit den News der Woche halten wir Sie auf dem Laufenden über Neues aus der Branche, alles, was mit vertikaler Mobilität zu tun hat, und alles, was Sie getrost wieder vergessen können.

In München wird entschieden: Einmal Aufzug, immer Aufzug

Stellen Sie sich vor, Sie ziehen in ein Mietshaus mit einem Aufzug und dann ist er plötzlich weg. Nun ganz so war es im vorliegenden Fall nicht. Immerhin wohnte die Rentnerin Traute K. bereits fast 40 Jahre in den Haus, bevor der TÜV den Aufzug wegen der fehlenden Notrufanlage außer Betrieb nahm. Doch anstatt den Notruf nachzurüsten, ließ die Vermieter den Aufzug einfach ausbauen. Dagegen klagte Traute K., die im 4. Stock wohnt, vor dem Münchner Amtsgericht und bekam Recht. Die Richter entschieden, dass der Aufzug rechtlich auch zum vertraglich vereinbarten Zustand der Wohnung gehört. Der Vermieter muss den Aufzug also wieder einbauen lassen. Und die Moral von der Geschicht? Einmal Aufzug, immer Aufzug.
Mehr dazu unter tz.de.

In London wird stillgestanden: Verkehrsbehörde setzt Rolltreppen-Regel aus

Landet das „Rechts stehen, links gehen“ schließlich ebenso auf dem Müllberg der Geschichte wie das „Überholen ohne einzuholen“? London probt gerade den Ernstfall und hat in einem Modellversuch die eherne Rolltreppen-Regel, die früher sogar an vielen Fahrtreppen aushing, ausgesetzt. Um die Pendlerströme an der Londoner U-Bahnstation Holborn zu den Hauptverkehrszeiten flüssiger zu machen, werden die Nutzer jetzt angewiesen, auf den Fahrtreppen einfach stehen zu bleiben –  egal, ob sie links oder rechts stehen. Das soll dazu führen, dass sich die Staus an den Zugängen zu den Fahrtreppen reduzieren und mehr Personen pro Minute transportiert werden können, so die Vermutung Londoner Wissenschaftler. Was dagegen sprechen könnte? Die Menschen, gibt Schindler-Fahrtreppen-Experte Siradj Duhan bei ZDF heute plus (ab Minute 11.49) zu Bedenken. Denn schließlich ist kaum etwas so beständig wie die Gewohnheit.
Mehr dazu unter faz.net und sueddeutsche.de.

In Berlin wird gestritten: Blumenkübel gegen Fahrstuhl

Blumenkübel schaffen es nur selten in die Medien. Das letzte Mal wohl vor sieben Jahren, als die Meldung über einen umgekippten Blumenkübel aus der Münsterschen Zeitung zu einem Internethype wurde, der es sogar zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag brachte. Jetzt hat endlich mal wieder ein Blumenkübel das Potential zum Medienstar zu werden. Um genau zu sein handelt es sich um drei Blumenkübel, drei Sechsecke aus Beton, die auf dem Berliner Ernst-Reuter-Platz stehen. Just an der Stelle, an der die Berliner Verkehrsbetriebe einen Aufzug zum U-Bahnhof  bauen wollen. Und genau darum entzündet sich jetzt ein bizarrer Streit, denn diese Kübel stehen unter Denkmalschutz. Der Senkrechtstarter ist an dieser Stelle bewährt parteiisch und zieht einen neuen Aufzug alten Blumenkübeln vor.
Mehr dazu unter tagesspiegel.de.

Prominent ignoriert: Drogentunnel mit Aufzug

Wenn es in dieser Rubrik ausnahmsweise mal nicht um Sex geht (siehe „Prominent ignoriert“ vergangene Woche), kommen die Drogen zum Zug. Oder wie in diesem Fall: in den Aufzug. Dieser fuhr, wie gestern in den Medien zu lesen war, hinunter zu einem 730 Meter langen unterirdischen Gang, der zwischen einem Haus in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana und einem Grundstück im kalifornischen Otay Mesa gegraben war. Dieser mit einem Durchmesser von etwa 90 Zentimetern sehr schmale Tunnel war aber alles andere als ein Kaninchenbau und führte auch nicht ins Wunderland, sondern wurde zum Drogenschmuggeln genutzt. Darauf deuteten unter anderem rund eine Tonne Kokain und sechs Tonnen Marihuana hin, die von den US-Drogenfahnder beschlagnahmt wurden. Bei diesen Fördermengen ist es auch nicht verwunderlich, dass der Aufzug für acht bis zehn Personen ausgelegt war. Über den Hersteller des Lifts liegen dem Senkrechtstarter bisher keine Erkenntnisse vor.
Mehr dazu unter hna.de.

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