Deo-Werbung & Weltraumlift: Wissenswertes über Aufzüge

Fahrstühle sind eigentümliche Orte: In manchen plätschert Musik dahin, in anderen werden Schuppenshampoos beworben. Wieder andere stemmen tonnenschwere Schiffe. Wir haben ein paar interessante Fakten über die fahrenden Kästen dieser Welt zusammengetragen – und auch über den Traum vom außerirdischen Aufzug.

Hausmusik

Seit Februar 2014 beschallt Berlins einziges Fahrstuhlradio die Liftkabinen zweier Plattenbauten in Marzahn. Die Lautsprecher sitzen klein und weiß oben in der Ecke, direkt neben der Überwachungskamera. Das Radio läuft 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, immer derselbe Sender. Die Musik soll die Laune der Fahrgäste aufhellen, vor allem aber die tristen, dunklen Flure des Plattenbaus. In der Kabine selbst kommt es seitdem zu weniger Vandalismusschäden. “Wenn gerade ein Lied läuft, das mir gefällt”, so eine Bewohnerin, “fahre ich einfach so noch mal nach oben und zurück.”
Eine Reportage über das Fahrstuhlradio von Marzahn gibt’s hier.

Lift & Spot

Und jetzt zur Werbung: Denn der Aufzug ist auch dafür prädestiniert. Verkaufsargumente auf engstem Raum, für Deodorants, Schuppenshampoo oder Minzdragees.
Ein Interview mit dem Journalisten Andreas Bernard über den Aufzug als “perfektes Labor für Werbespots” gibt’s hier.

Gegen den Strom

Schiffshebewerke sind die größten Aufzugsanlagen der Welt. Die älteste, tatsächlich hundertprozentig vertikal arbeitende Anlage wurde 1777 im sächsischen Freiberg in Betrieb genommen. Das größte vertikale Schiffshebewerk der Welt entsteht gerade am Jangtsekiang in China. Es wird Schiffe von bis zu 3000 Bruttoregistertonnen heben können und eine Distanz von 113 Metern überwinden. Deutlich überschaubarer und doch schon jetzt beeindruckend: der voraussichtlich bis 2025 fertiggestellte Neubau des Hebewerks in Niederfinow am Oder-Havel-Kanal.

Draht nach oben

Wenn schon kein Stairway to Heaven, dann ein Aufzug in die Atmosphäre: Bereits 1895 imaginierte der russische Weltraumpionier Konstantin Ziolkowski einen Weltraumturm – inspiriert durch den vergleichsweise putzigen Eiffelturm. 1957 entwickelten ebenfalls russische drahtnachoben3Weltraumforscher folgende Idee: Ein Satellit könnte als Aufhänger für das rund 35.000 Kilometer lange Aufzugseil dienen. Nur: Woher bekommt man ein geeignetes Seil von dieser Länge? Seit dem frühen 21. Jahrhundert ist mit der Kohlenstoffnanoröhre immerhin ein Material bekannt, das man tatsächlich ins All bauen könnte. Das Thema ist also aktuell wie nie. So rief die NASA jüngst einen Space-Elevator-Wettbewerb aus.
Ein Interview mit dem Raumfahrt-Experten Dr. Martin Tajmar über die Vision eines Weltraumlifts gibt’s hier.

Ups & Downs

Für Vereine, die überproportional häufig die Liga wechseln, hat der an Sprachbildern sowieso reiche Fußball den schönen Begriff “Fahrstuhlmannschaft” etabliert. Typische Fahrstuhlmannschaften sind:

 

Dieser Beitrag ist erschienen im Schindler Magazin “Der Aufzug. Wie er uns bewegt (2015)”. Unter www.schindler.com lässt es sich gratis herunterladen – oder auch kostenfrei als Print-Version bestellen.

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