Hoch hinaus: Hier sollen in Deutschland Hochhäuser entstehen

Deutschland wächst – auch in die Höhe. Im noch jungen Jahr werden die Großstädte weiterhin Einwohner hinzugewinnen, neue Büroflächen werden gebraucht. Außerdem stellt der Zuzug von Flüchtlingen die Bauminister der Bundesländer vor ungeahnte Herausforderungen.

Wie sich das Bild von Berlins Innenstadt in den nächsten Jahren entwickeln wird, haben wir erst kürzlich in Form einer interaktiven 3D-Grafik der Berliner Morgenpost gezeigt. Doch auch in anderen deutschen Metropolen sind für die nahe Zukunft neue Hochhäuser geplant, wir stellen ein paar der Projekte vor.

München bekommt erstes Hochhaus-Ensemble

Bavaria Towers © Nieto Sobejano Arquitectos

Bavaria Towers © Nieto Sobejano Arquitectos

Im Münchner Stadtteil Bogenhausen wird laut Süddeutscher Zeitung schon länger fleißig abgerissen, das alte Hochhaus am Vogelweideplatz muss weichen. Denn 2018 sollen am Beginn der Autobahn A 94 vier Türme unterschiedlicher Größe stehen, als höchster von ihnen wird dann der Sky Tower stolze 83 Meter in den bayerischen Himmel ragen und seinen Besuchern eine Dachterrasse bieten.

Bogenhausener Tor hieß das Projekt zunächst, mittlerweile ist – ungleich weltläufiger – von den Bavaria Towers die Rede. Drei der vier Türme sind als Bürogebäude gedacht, der White Tower soll hingegen ein Vier-Sterne-Hotel beherbergen. Verantwortlich für die Entwürfe mit fünfeckigen Grundrissen und flach geneigten Pultdächern ist das spanische Architekturbüro Nieto Sobejano Arquitectos, die Bavaria Towers werden das erste Hochhaus-Ensemble überhaupt in München.

Hamburg erwartet neues Innenstadt-Quartier

Quartier am Klosterwall © KPW Papay Warncke und Partner

Quartier am Klosterwall © KPW Papay Warncke und Partner

Am Klosterwall in Hamburg-Mitte, unweit des Hauptbahnhofs, wird in diesem Jahr zwar noch nicht gebaut, aber zumindest die Beschlüsse für ein neues Quartier könnten gefällt werden. Am 2. März soll die Bürgerschaft, das Hamburger Stadtparlament, laut Abendblatt darüber abstimmen, ob die sogenannten City-Hochhäuser an einen Projektentwickler verkauft werden.

Falls zugestimmt wird, könnten die bestehenden Gebäude trotz Denkmalschutz ab 2018 abgerissen werden und an selber Stelle das „Quartier am Klosterwall“ entstehen. Geplant sind ein Vier-Sterne-Hotel, Büros, Geschäfte, Gastronomie, eine Kita, frei finanzierte Mietwohnungen sowie öffentlich geförderter Wohnraum. Das Architektenbüro KPW Papay Warncke und Partner hat bereits erste Entwürfe vorgelegt.

Nordrhein-Westfalen plant „Dörfer in der Vertikalen“

Im Westen der Republik sind die Pläne weniger konkret, doch die Ziele angesichts der Flüchtlingskrise ähnlich ambitioniert. Von „vertikaler Verdichtung“ und „Dörfern in der Vertikalen“ sprach jüngst Nordrhein-Westfalens Bauminister Michael Groschek laut dem WDR.

In Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster sollen demnach künftig Wohnhäuser mit bis zu sieben Stockwerken staatlich bezuschusst werden und dazu schon bald neue Förderbestimmungen in Kraft treten. In den kommenden Jahren will Minister Groschek insgesamt 120.000 zusätzliche Wohnungen schaffen, so der WDR.

Wohntürme in Leipzig und auf Rügen

Connewitzer Kreuz © klm Architekten

Connewitzer Kreuz © klm Architekten

Und ja: Auch im Osten gibt’s Neues. Am Connewitzer Kreuz in Leipzig soll ein 82 Meter hohes Hochhaus mit 400 Studentenzimmern entstehen, schreibt die Volkszeitung. Und in Binz auf der Insel Rügen könnte bald sogar ein 100 Meter hoher Bau stehen. Unweit des 4,5 Kilometer langen, einst von den Nationalsozialisten gebauten KdF-Seebad-Komplexes, dem „Koloss von Prora“, plant die Baltic Bau GmbH nun einen „Wohnturm Prora“. Am 12. Januar findet ein Infoabend mit Investor und Architekten statt, wie die Ostsee-Zeitung weiß.

Wohnturm Prora © Drebing Ehmke Architekten Gmbh

Wohnturm Prora © Drebing Ehmke Architekten Gmbh

 

 

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