Architekt Sebastian Thaut über das Bauen in die Höhe

Sebastian Thaut ist Partner im Büro Atelier ST mit Sitz in Leipzig. Er fürchtet sich vor fiesen Teppichbelägen in Aufzügen und schwärmt für den Prime Tower in Zürich, weil dort „die gewohnten rein vertikalen Strukturen eines Hochhauses in ein komplexes und plastisches Gebäudevolumen übersetzt werden“. 

Thaut, geboren 1977 in Zwickau, studierte Architektur in seiner Heimatstadt. Während des Studiums arbeitete er im Büro Gigon/Guyer in Zürich, anschließend bei der Werbeagentur ö_konzept in Zwickau. Im Jahr 2005 gründete er gemeinsam mit Silvia Schellenberg-Thaut in Leipzig das Architekturbüro Atelier ST, 2012 wurde er Vorstandsmitglied des BDA Landesverbands Sachsen. Seit diesem Herbst hat er zudem einen Lehrauftrag für Baukonstruktion an der TU Dortmund inne.
Die Arbeiten des Atelier ST sind nach eigenen Angaben „geprägt vom Spiel mit Sehgewohnheiten“, das Büro steht „jenseits der großen Architekturideologien für die Verbindung von Tradition und Moderne“.

Auswahl der Projekte:

(Quelle: atelier-st.de)

3 Fragen

Prime Tower in Zürich © Wikimedia Commons/Roland zh

Prime Tower in Zürich © Wikimedia Commons/Roland zh

Worin besteht die Herausforderung beim Bauen in die Höhe?
Komplexität und Vielschichtigkeit schaffen – statt Monotonie auf x Geschossen, sowohl räumlich als auch strukturell.

Wann ist ein Aufzug in einem Gebäude gelungen?
Wenn er ein selbstverständlicher Ort der Begegnung wird. Mit Ausblicken in und aus dem Gebäude.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingshochhaus – und warum?
Der Prime Tower von Gigon/Guyer in Zürich. Ein beeindruckendes Gebäude, bei dem die gewohnten rein vertikalen Strukturen eines Hochhauses in ein komplexes und plastisches Gebäudevolumen übersetzt werden.

5 Grundsätze

Aufzug im Mercedes-Benz-Museum © Wikimedia Commons/Inge Kanakaris-Wirtl

Aufzug im Mercedes-Benz-Museum © Wikimedia Commons/Inge Kanakaris-Wirtl

Ein Aufzug ist für ein Gebäude… ein Verkehrsmittel.

Niemals sollte ein Aufzug… zu eng und zu dunkel sein. Und gleich gar nicht mit fiesen Teppichbelägen ausgekleidet sein.

In zwanzig Jahren werden Aufzüge… höher, schneller, weiter sein. Und gewiss mit allen digitalen Smartfunktionen ausgestattet sein.

Die eindrucksvollsten Aufzüge… sind jene im „James-Bond-Style“ im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart. Aber auch Paternoster finde ich immer wieder gut.

Ich selbst nutze Aufzugfahrten… um nach oben zu kommen.

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