Architekt Stefan Rappold über das Bauen in die Höhe

Stefan Rappold ist Partner im Büro Behnisch Architekten mit Sitz in Stuttgart. Gelungene Hochhäuser sind für ihn vor allem eine große Ingenieursleistung. Den Eiffelturm hält er für herausragend – auch wegen des „unvergesslichen Ausblicks“ auf Paris, den dessen Aufzug bietet. 

Rappold, geboren 1966 in Stuttgart, studierte nach seiner Schreinerlehre Architektur an der Universität Stuttgart und arbeitete anschließend für verschiedene Architekturbüros in Deutschland. Von 1999 bis 2000 war er bei Behnisch & Partner tätig und wechselte anschließend zu Behnisch Architekten. Im Januar 2011 wurde Stefan Rappold Partner im Münchner Büro, und seit Januar 2012 ist er Partner im Büro Behnisch Architekten, Stuttgart.

Auswahl der Projekte:

(Quellen: behnisch.com, german-architects.com, bkult.de)

3 Fragen

Der Eiffelturm im November 2015 © Divulgação Prefeitura de Paris

Der Eiffelturm im November 2015 © Divulgação Prefeitura de Paris

Worin besteht die Herausforderung beim Bauen in die Höhe?
Die Herausforderungen liegen sicherlich in der haustechnischen Versorgung der Etagen sowie in der Erfüllung der statischen Nachweise für das Bauwerk. Gleichwohl müssen auch Nutzeraspekte bzgl. der Teilnahme am öffentlichen Leben für Personen, die in den oberen Etagen wohnen oder arbeiten, berücksichtigt werden.

Wann ist ein Aufzug in einem Gebäude gelungen?
Wenn er nicht ausschließlich als technisch notwendiger Einbau verstanden wird, sondern die Architektur und das Erreichen von höheren Etagen zum Erlebnis macht.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingshochhaus – und warum?
Die Faszination an Hochhäusern ist oftmals eng mit der Ingenieursleistung verbunden. Architektonisch sind die meisten hohen Häuser eher enttäuschend. Zieht man Türme als „hohes Haus“ in die Bewertung mit ein, so ist sicherlich der Eiffelturm in Paris eines der herausragenden Beispiele einer innovativen Ingenieursleistung.

5 Grundsätze

Ein Aufzug ist für ein Gebäude… mehr als nur eine dunkle Kabine.

Niemals sollte ein Aufzug… stecken bleiben oder gar ungebremst in die Tiefe rasen.

In zwanzig Jahren werden Aufzüge… schneller und in der Planung hoffentlich individueller anpassbar sein.

Der eindrucksvollste Aufzug… hat immer einen Bezug nach außen. Es ist demnach nicht der Aufzug selbst, der fasziniert, sondern eher die Umgebung, die Landschaft, die Skyline oder ein unvergesslicher Ausblick. Auch hierfür ist der Eiffelturm in Paris ein gutes Beispiel, obwohl man erst einmal nicht von einem „Panoramaaufzug“ sprechen würde.

Ich selbst nutze Aufzugfahrten… in der Regel, wenn es keine schöne Treppe zu einem anderen Geschoss gibt oder ich mehr als drei Etagen zu gehen habe.

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