Architekt Christian Heuchel über das Bauen in die Höhe

Christian Heuchel ist Geschäftsführer des Architekturbüros O&O Baukunst mit Sitz in Berlin, Köln und Wien. Er schwärmt für einen nie umgesetzten Hochhausentwurf von Adolf Loos, fordert von Fahrstühlen Atmosphäre und technische Utopie und freut sich auf die Patina bei Aufzügen. 

Heuchel, geboren 1966, studierte Architektur an der Universität Karlsruhe bei Professor Jo Coenen. 1991 gründete er das Künstlerbüro bureau Heuchel Klag, 1999 die Architektengemeinschaft rheinflügel. Von 1997 bis 2000 absolvierte er den Aufbaustudiengang Baukunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Josef Paul Kleihues, Laurids Ortner und Elia Zenghelis und war Meisterschüler bei Professor Ernst Kasper. Im Jahr 2000 übertrug ihm die Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Baukunst einen Lehrauftrag für Kunst und Architektur bis 2016. Im selben Jahr trat er in das Büro O&O Baukunst ein, wo er 2006 die Leitung des Büros Köln übernahm. Seit 2011 ist er geschäftsführender Gesellschafter O&O Baukunst Berlin Köln Wien.

Auswahl der Projekte:

(Quellen: ortner-ortner.com, german-architects.com, baunetz.de)

3 Fragen

Entwurf von Adolf Loos für den Chicago Tribune Tower

Entwurf von Adolf Loos für den Chicago Tribune Tower

Worin besteht die Herausforderung beim Bauen in die Höhe?
Bauen in die Höhe setzt Zeichen im urbanen Raum. Gibt Orientierung und zeigt Landmarken. Doch welcher Architekt schafft es heute noch, ein angemessenes Zeichen in seiner Zeit zu setzen?

Wann ist ein Aufzug in einem Gebäude gelungen?
Wenn er schnell ist. Wenn er Atmosphäre hat, einen Funken technischer Utopie transportiert. Die Aufzugsfahrt soll eine einmalige Faszination ausstrahlen, ähnlich dem Gefühl beim Fliegen.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingshochhaus – und warum?
Unbestritten ist mein Lieblingshochhaus der Entwurf von Adolf Loos für den Chicago Tribune Tower (1922). Ein Haus in der monumentalisierten Form einer klassischen, dorischen Säule. Zumal sich hier zeigt, dass die beste Architektur die ist, die nie gebaut wurde.

5 Grundsätze

Paternoster im Duisburger Rathaus

Paternoster im Duisburger Rathaus

Ein Aufzug ist für ein Gebäude… ein kommunikativer Ort. Wer kennt nicht die Spannung, wenn man mit Fremden in einer kleinen Kabine steht. Ein Gefühl wie aus der Zeit gefallen.

Niemals sollte ein Aufzug… zu groß sein.

In zwanzig Jahren werden Aufzüge… richtig gut gealtert sein. Ein bisschen Patina sollten sie ansetzen.

Der eindrucksvollste Aufzug… der Paternoster im Duisburger Rathaus. Immer mit der Frage „Wie geht es oben weiter?“

Ich selbst nutze Aufzugfahrten… bewusst.

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