Aufzug auf der Leinwand: Nymph()maniac

Tatort des Grauens, Platz für Erotik: Wenn auf der Kinoleinwand Menschen in einen Aufzug steigen, ändert sich so einiges. Wir zeigen die besten Fahrstuhlszenen der Filmgeschichte. Diesmal: plumper Annäherungsversuch.

College-Neuling Jonathan (Andrew McCarthy) ist schüchtern. Genau wie sein bester Freund Skip (Rob Lowe) fiebert er noch immer dem „ersten Mal“ entgegen. Das kommt eines Tages völlig unverhofft im gläsernen Fahrstuhl angerauscht: Eine tolle Frau (Jacqueline Bisset) verführt den staunenden Jungen und raubt ihm endlich die Unschuld. Aber dann entpuppt sich die schöne Ellen als Skips Mutter. Eine harte Probe für die beiden College-Freunde und ihre bisher so reibungslose Beziehung… Jacqueline Bisset und die Jungstars geben ihr Bestes. Dennoch wirkt die Romanze wie eine reichlich oberflächliche Kopie des 67er-Hits „Reifeprüfung“.mehr bei Cinema.de: http://www.cinema.de/film/class,1305892.html
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Genie oder Wahnsinn? Kein anderer Regisseur bewegt sich seit Jahren so sehr in diesem Spannungsfeld wie Lars von Trier, wohl an keinem Filmemacher scheiden sich die Geister mehr als an dem 59-jährigen Dänen mit deutschen Wurzeln. Apropos Geister: Hospital der Geister hieß vor 20 Jahren eine frühe, reichlich schaurige Krankenhausserie des Regisseurs. Bis dahin hatte von Trier unter anderem schon mit zwei Musikvideos für das dänische Popduo Laid Back auf sich aufmerksam gemacht: Er drehte Clips für die beiden Songs Bakerman sowie – ehrenhalber in der ewigen Senkrechtstarter-Playlist – Elevator Boy. Mit diversen Filmpreisen wurde Lars von Trier seitdem ausgezeichnet, von der Goldenen Palme in Cannes (Dancer in the Dark) bis zum Europäischen Filmpreis (u.a. für Dogville), sogar eine Oscar-Nominierung steht in seinem Lebenslauf (wenn auch „nur“ für einen Song mit der isländischen Sängerin Björk).
Seine Verdienste fürs Weltkino sind unbestritten, und doch ist da auch immer wieder die irritierende Seite des Filmemachers – nicht nur auf der Leinwand, wo es häufig explizit pornografisch und gewalttätig zugeht. So sorgte von Trier 2011 in Cannes für einen handfesten Skandal, als er vermeintlich Sympathie fürs Dritte Reich und Adolf Hitler bekundete („Okay, ich bin ein Nazi.“). Die Folge: Er wurde zur „Persona non grata“ erklärt und von den Filmfestspielen ausgeschlossen. Dass es sich bei den Aussagen um Ironie handelte, spielte da keine Rolle mehr.

Worum geht’s in Nymp()maniac?

An einem kalten Winterabend findet der ältere Junggeselle Seligman (Stellan Skarsgård) eine halb bewusstlose, zusammengeschlagene Frau namens Joe (Charlotte Gainsbourg) in einer dreckigen Seitenstraße. Er nimmt sich ihrer an, bringt sie zu sich nach Hause und pflegt die Schwerverletzte. Als diese wieder zu sich kommt, fragt er sie, was geschehen ist. Joe beginnt, Seligman ihre Lebensgeschichte zu erzählen, ohne jegliche Scheu vor dem fremden Mann. Eingeteilt in acht Kapitel erzählt sie ihren Werdegang von der Geburt bis zu ihrem fünfzigsten Lebensjahr. Die eigene Lebensdiagnose als Nymphomanin ist geprägt von mannigfaltigen erotischen Erlebnissen. Die mit Anekdoten gespickten Geschichten zeugen von ihren tief verborgenen Emotionen und Bedürfnissen. (Quelle: filmstarts.de)

Worum geht’s im Fahrstuhl?

Die Intimität einer Aufzugfahrt: Shia LaBeouf alias Jerôme versucht sie auf ziemlich plumpe Weise herbeizuführen, indem er den Notschalter betätigt und so den Lift zum Anhalten bringt. Bei Joe blitzt er allerdings (noch) ab mit seinen Annäherungsversuchen – so muss er schließlich die Suppe selbst auslöffeln und mit einiger Anstrengung aus dem Fahrstuhl hinausklettern.

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