Aufzug auf der Leinwand, Teil 55: Blues Brothers

Tatort des Grauens, Platz für Erotik: Wenn auf der Kinoleinwand Menschen in einen Aufzug steigen, ändert sich so einiges. Wir zeigen die besten Fahrstuhlszenen der Filmgeschichte. Diesmal: Bossa Nova & Verfolgungsjagd.

College-Neuling Jonathan (Andrew McCarthy) ist schüchtern. Genau wie sein bester Freund Skip (Rob Lowe) fiebert er noch immer dem „ersten Mal“ entgegen. Das kommt eines Tages völlig unverhofft im gläsernen Fahrstuhl angerauscht: Eine tolle Frau (Jacqueline Bisset) verführt den staunenden Jungen und raubt ihm endlich die Unschuld. Aber dann entpuppt sich die schöne Ellen als Skips Mutter. Eine harte Probe für die beiden College-Freunde und ihre bisher so reibungslose Beziehung… Jacqueline Bisset und die Jungstars geben ihr Bestes. Dennoch wirkt die Romanze wie eine reichlich oberflächliche Kopie des 67er-Hits „Reifeprüfung“.mehr bei Cinema.de: http://www.cinema.de/film/class,1305892.html
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Der 19. März 1963 ist ein epochaler Tag für die Fahrstuhlmusik. Denn an jenem Dienstag wurde in New York ein Song eingespielt, der noch heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, weltweit ganz unaufdringlich aus den Lautsprechern von Aufzügen träufelt, aber auch für romantische Stimmung in Restaurants sorgt oder im Kaufhaus den Warenkonsum anregen soll. Im Aufnahmestudio standen damals der brasilianische Gitarrist João Gilberto, seine Frau Astrud sowie der amerikanische Jazz-Saxophonist Stan Getz. Die beiden Gilbertos sangen im Duett betont leise und zurückgenommen, fast flüsternd über ein großes, hübsches und sonnengebräuntes Mädchen am Strand von Rio de Janeiro. Weltberühmt sollte der Bossa-Nova-Song The Girl from Ipanema bald darauf werden, bis heute wurde das Lied mehr als 200 Mal interpretiert – unter anderem von Frank Sinatra. Einige machten sich auch ihren Spaß aus der seichten Nummer, so schickten etwa die B-52’s das schöne Mädchen vom Strand nach Grönland, Helge Schneider besang hingegen Die Frau aus Castrop-Rauxel. Und auch die Filmindustrie entdeckte den Klassiker für sich: So taucht er im Animationsfilm Findet Nemo genauso auf wie in Woody Allens Harry außer sich oder in der Kultkomödie Blues Brothers.

Worum geht’s in Blues Brothers?

Gerade erst aus dem Gefängnis entlassen, gelobt der Ganove „Joliet“ Jake Blues (John Belushi) endlich Besserung und hat dafür auch schon eine Idee. Gemeinsam mit seinem Bruder Elwood Blues (Dan Aykroyd) will er ihre alte Band wieder zusammenbringen, um an die 5.000 Dollar zu kommen, die dem Waisenhaus fehlen, in dem sie selbst aufgewachsen sind. Die Brüder setzen alles daran, ihren Plan umzusetzen. Problematisch daran ist zweierlei: Erstens wurde die ehemalige Band in alle Winde zerstreut, zweitens haben Jake und Elwood bald die Polizei am Hals. Aber davon lassen sich die beiden Musiker nicht beeindrucken, denn sie haben eine wichtige Mission zu erfüllen. Gegen zahlreiche Widerstände, zu denen Nazis, Countrymusikfans und andere verrückte Gestalten beitragen, verfolgen sie ihr Ziel. Dabei hinterlassen sie eine Spur des Chaos immer gigantischerer Ausmaße. (Quelle: filmstarts.de)

Worum geht’s im Fahrstuhl?

Die gesamte Militärpolizei von Chicago kann ihnen auf den Fersen sein, doch die Blues Brothers verlieren trotzdem weder Contenance noch Coolness. Die dunklen Sonnenbrillen sitzen genauso fest wie die Gesichtszüge, kein Zeichen der inneren Anspannung erkennbar. Das mag aber auch an der Musik liegen, die die Aufzugfahrt versüßt, denn das Girl from Ipanema entführt ohne eigenes Zutun aus dem nordamerikanischen Moloch direkt an den südamerikanischen Sandstrand.

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