„Prüfplakette macht Aufzugfahren noch sicherer”

Beim Auto kennen wir sie ja. Seit dem 1. Juni sind Prüfplaketten nun auch in Aufzügen Pflicht. Was das für Nutzer und Betreiber bedeutet und ob Aufzugfahren dadurch sicherer wird, haben wir Lennart Svensson gefragt, der bei Schindler den Bereich Service und Wartung betreut.

Herr Svensson, seit Anfang der Woche sind Prüfplaketten in Aufzügen verpflichtend. Gilt das für alle Anlagen?
Grundsätzlich ja, aber Sie werden nicht in allen Aufzügen eine Plakette finden.

Wieso nicht?
Die Plaketten werden von den Zugelassenen Überwachungsstellen, TÜV, Dekra usw. ausgestellt, wenn eine Hauptprüfung stattgefunden hat. Das ist alle zwei Jahre der Fall.

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Lennart Svensson, Schindler Deutschland

Im schlimmsten Fall kann es also noch zwei Jahre dauern, dass in allen Aufzügen eine Plakette hängt?
Ja, aber auch nur dann, wenn der Aufzug wirklich geprüft wird. Der TÜV geht davon aus, dass 150.000 Aufzüge in Deutschland nicht geprüft werden.

Wie ist das möglich?
Die Betreiber von Aufzügen sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Anlagen regelmäßig prüfen zu lassen. Ob er das jedoch wirklich tut, ist für die Nutzer in der Regel nicht zu erkennen. Als Serviceunternehmen weisen wir unsere Kunden auf Ihre Prüfpflichten hin und koordinieren auch die Termine. Wenn sich jedoch jemand weigert, können wir auch nichts tun.

Wenn aber der Aufzug vorschriftsmäßig geprüft ist, werden wir das in Zukunft an der Plakette erkennen, die in der Kabine angebracht ist?
Ja, vor allem bei neuen Aufzügen ist das der Fall, denn diese müssen jetzt von einer zugelassenen Überwachungsstelle geprüft werden, bevor sie in Betrieb genommen werden dürfen. Die Aufzüge im Bestand erhalten dann turnusmäßig mit der nächsten Hauptprüfung ihre Plakette.

IMG_0273 (Large)Was ist auf den Plaketten zu erkennen?
Dort ist angegeben, wann die nächste Prüfung ansteht – genau so, wie Sie es von der Plakette am Auto kennen. Allerdings gibt es da einen Unterschied. Bei Aufzügen ist zwischen zwei Hauptprüfungen noch eine Zwischenprüfung festgeschrieben, so dass Aufzüge in der Regel jährlich geprüft werden.

Wie sehen die Plaketten denn aus?
Das wird sicher davon abhängen, welche Prüforganisation den Aufzug prüft. Der Gesetzgeber lässt sogar zu, dass die erforderlichen Informationen im Display des Aufzugs angezeigt werden, falls dieser über eins verfügt.

Wird das Aufzugfahren jetzt sicherer in Deutschland?
Noch sicherer, müsste man sagen. Schließlich gelten Aufzüge schon jetzt als das sicherste Verkehrsmittel. Aber wenn man davon ausgeht, dass es durch die Prüfplaketten weniger schwarze Schafe geben wird, die ihren Prüfpflichten nicht nachkommen, wird es die Sicherheit erhöhen.

Und vielleicht auch das subjektive Sicherheitsgefühl.
Davon ist auszugehen. Wenn jemand – aus welchen Gründen auch immer – Angst hat, mit dem Aufzug zu fahren, kann er oder sie auf diese Weise wenigstens sicher sein, dass der Aufzug geprüft wird. Und was noch viel wichtiger ist, dass die Anlage auch regelmäßig gewartet wird.

Welche weiteren Änderungen für Aufzugbetreiber die neue Betriebssicherheitsverordnung noch bereithält, ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Facility Management nachzulesen: “Mehr Anforderungen für mehr Sicherheit”

1 Kommentare

  1. Renate Jacobi

    Hat sich schon JEMAND Gedanken darüber gemacht, welche Kosten für normale Mieter und Eigentümer von “normalen” Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zu bewerkstelligen sind? In unserem Haus wurde vor mehreren Jahren die Teilungserklärung geändert. Die Kosten für den Fahrstuhl werden nicht mehr von allen Parteien, sondern nur noch von den Nutzern bezahlt. Auch das Erdgeschoss wurde von den Betriebskosten raus genommen. 14 Parteien teilen sich nun die Kosten. In den letzten Jahren wurden
    auch neu eingeführt:
    Legionellen-Prüfung, Rauchmelder, neue Filter für Wasser wegen Verschmutzung damit keine Geräte kaputt gehen usw. Wohnt man in einem Denkmalgeschützten Haus, darf man zu Zeit für das Streichen der Doppelfenster folgendes ausgeben. Fenster außen 1.000,00 EURO 8der Vermieter und dann ca. 3.000,00 für die Innenfenster. Der Rentner heute zahlt schon Steuern und Kranken-, Pflegekassenbeiträge auf die Rente. Und wenn er etwas vorgesorgt hat, noch zusätzlich Steuern und neben der KV auch noch die KV Arbeitgeberanteil. Das ist noch nicht alles. Sollte man auch noch krank sein und benötigt zusätzl Mediz. Produkte, darf der Rentner nochmals in die Tasche greifen. Und die Berechnung einiger Sachen werden auch noch von der Brutto-Rente (nicht Netto) berechnet.
    Wer soll denn das noch bezahlen???????? Wer behindert ist, benötigt unbedingt einen Aufzug. Wo sollen denn die ganzen alten Leute mit ihren niedrigen Renten hin ??? Wurde da mal eine Überlegung getroffen???
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Jacobi

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