Aufzüge in aller Welt: Gateway Arch (St. Louis)

Spektakuläres Wahrzeichen der US-Stadt St. Louis ist ein riesiger Torbogen – um dessen Architekten rankt sich eine kuriose Anekdote. Per „tram system„, einem Aufzugsystem mit kugelförmigen Kapseln, gelangt das Publikum des Gateway Arch seit 1967 zur Aussichtsplattform.

Der Bau des Gateway Arch begann mit einem Missverständnis: Ein an „E. Saarinen“ adressierter Brief trudelte im Hause des renommierten finnisch-amerikanischen Architekten Eliel Saarinen ein, der sich am Wettbewerb zur Gestaltung einer Gedenkstätte der „nationalen Erweiterung“ durch den US-Präsidenten Thomas Jefferson in St. Louis beteiligt hatte. Allerdings gehörte nicht Eliel zu den fünf Finalisten, wie zunächst gedacht, sondern der Brief war an dessen Sohn Eero gerichtet, der ebenfalls einen Entwurf eingereicht hatte.

Gipfelstation des Aufzugs © Wikimedia Commons/Daniel Schwen

Gipfelstation des Aufzugs © Wikimedia Commons/Daniel Schwen

Für Eero Saarinen wurde der Gateway Arch zum Durchbruch, auch wenn er dessen Fertigstellung nicht mehr selbst erleben sollte. Der 192 Meter hohe, begehbare Torbogen aus Stahl und Beton wurde zum spektakulären, weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt am Westufer des Mississippi. Am 28. Oktober 1965 – 19 Jahre, nachdem der zugehörige Architekturwettbewerb ausgerufen worden war – wurde der Gateway Arch fertiggestellt, rund 11 Millionen US-Dollar betrugen die Kosten für den Bogen.

In kugelförmigen Kabinen zum Scheitelpunkt

Fünfsitzige Tram-Kapsel © Wikimedia Commons/Daniel Schwen

Fünfsitzige Tram-Kapsel © Wikimedia Commons/Daniel Schwen

Im Jahr 1967 öffnete dann das Besucherzentrum für den Publikumsverkehr, seit dem 24. Juli desselben Jahres gelangt man mit den Aufzügen bis zu einer Aussichtsplattform am Scheitelpunkt des Bogens. In jeder der beiden Bogenhälften befindet sich einer dieser Aufzüge, im Zehn-Minuten-Takt befördert er Besucher nach oben. Das Aufzugsystem, tram system genannt, besteht aus acht kugelförmigen Kabinen, die wie an einer Perlenkette angeordnet sind, um die Krümmung des Bogens auszugleichen. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die Passagiere während der Fahrt zum Scheitel jederzeit aufrecht sitzen können.

© Wikimedia Commons/Robert Lawton

© Wikimedia Commons/Robert Lawton

In jeder Kapsel lassen sich fünf Personen mit einer Geschwindigkeit von knapp 4 Studenkilometern befördern. Daraus ergibt sich eine Beförderungskapazität von insgesamt 3500 Personen an einem Acht-Stunden-Tag. Das Aufzugsystem im Nordbogen wurde am 24. Juli 1967 für die Öffentlichkeit eröffnet, dasjenige im Südbogen erst im Folgejahr fertiggestellt.

(Quellen: de.wikipedia.org, expedia.de)

Die Fahrt in der Kapsel:

[embedvideo type=“youtube“ id=“j3BIBGDP3Lw“]

1 Kommentare

  1. Genial! Wer ist für den Aufzug jetzt verantwortlich? Interessant wäre der Schacht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.