Architekt Dieter Ben Kauffmann über das Bauen in die Höhe

Dieter Ben Kauffmann ist Gründer des Architekturbüros Kauffmann Theilig & Partner in Ostfildern. Die Aufzüge der Zukunft sieht er als „vertikale Wespennester“ – und er verrät Senkrechtstarter, wann ein Fahrstuhl in seinen Augen gelungen ist.

Kauffmann, geboren 1954 in Sindelfingen, erwarb sein Diplom in Architektur 1978 an der FH Augsburg, bevor er als Projektarchitekt in Stuttgart arbeitete, unter anderem bei Behnisch & Partner. Im Jahr 1988 gründete er gemeinsam mit Andreas Theilig sein eigenes Büro, zudem geht er seit dieser Zeit regelmäßig Hochschultätigkeiten nach.

Kauffmann Theilig & Partner planen und realisieren nach eigener Aussage „im gesamten Hochbaubereich“, unter anderem in China, sowie Messe- und Ausstellungsprojekte auf der ganzen Welt. Das Büro verspricht, ganzheitliche architektonische Lösungen zu entwickeln und dabei „signifikante Bilder“ zu schaffen.

Auswahl der Projekte:

(Quellen: ktp-architekten.de, german-architects.com)

3 Fragen

Empire State Building 2015 © Wikimedia Commons/Anthony Quintano

Empire State Building 2015 © Wikimedia Commons/Anthony Quintano

Worin besteht die Herausforderung beim Bauen in die Höhe?
Im Brandschutz.

Wann ist ein Aufzug in einem Gebäude gelungen?
Wenn er mehr ist als notwendige Lastbeförderung, zum Beispiel Infotainment, Aussichtsplattform, Kunstausstellung, Kommunikationsbereich (jeder schaut immer weg vom anderen).

Welches ist Ihr persönliches Lieblingshochhaus – und warum?
Das Empire State Building. Über so viele Jahre Landmark einer Weltstadt zu sein, obwohl viele andere Hochhäuser in dieser Zeit entstanden sind.

4 Grundsätze

Shanghai World Financial Center © Wikimedia Commons/LERA Engineering

Shanghai World Financial Center © Wikimedia Commons/LERA Engineering

Ein Aufzug ist für ein Gebäude… die Schlagader.

Der eindrucksvollste Aufzug… war der außenliegende Bauaufzug beim Bau des Frankfurter Messeturmes, da hat man schon den Atem angehalten. Ansonsten schon allein der Höhe wegen der im Shanghai World Financial Center („Flaschenöffner“), dem höchsten Haus in Shanghai, oder auch der im Burj al Arab in Dubai.

In zwanzig Jahren werden Aufzüge… außen dranhängen wie vertikale Wespennester (immer aber auch geschützt, begrünt), die immer einen erweiterten Bezug nach innen haben. Sie werden individueller. Sie werden Wohnraum.

Ich selbst nutze Aufzugfahrten… im Normalfall wegen des geringen Zeitverbrauchs, oder wenn das Haus zu hoch ist. Prinzipiell also meist nur notgedrungen. Jeder starrt vor sich hin oder quetscht sich rein. Keine Sitzmöglichkeit, kein Verweilen für die Augen und Sinne.

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