Aufzug auf der Leinwand, Teil 36: Das Leben der Anderen

Tatort des Grauens, Platz für Erotik: Wenn auf der Kinoleinwand Menschen in einen Aufzug steigen, ändert sich so einiges. Wir zeigen die besten Fahrstuhlszenen der Filmgeschichte. Diesmal: der Name des Balls.

College-Neuling Jonathan (Andrew McCarthy) ist schüchtern. Genau wie sein bester Freund Skip (Rob Lowe) fiebert er noch immer dem „ersten Mal“ entgegen. Das kommt eines Tages völlig unverhofft im gläsernen Fahrstuhl angerauscht: Eine tolle Frau (Jacqueline Bisset) verführt den staunenden Jungen und raubt ihm endlich die Unschuld. Aber dann entpuppt sich die schöne Ellen als Skips Mutter. Eine harte Probe für die beiden College-Freunde und ihre bisher so reibungslose Beziehung… Jacqueline Bisset und die Jungstars geben ihr Bestes. Dennoch wirkt die Romanze wie eine reichlich oberflächliche Kopie des 67er-Hits „Reifeprüfung“.mehr bei Cinema.de: http://www.cinema.de/film/class,1305892.html
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Der letzte Film mit Ulrich Mühe war Das Leben der Anderen nicht – einige sollten folgen, noch fünf Jahre nach seinem Krebstod im Juli 2007 lief einer von ihnen in den deutschen Kinos an. Und doch war das Drama um einen von der ostdeutschen Staatssicherheit überwachten Schriftsteller fraglos die Krönung der Schauspielkarriere von Ulrich Mühe, der in seiner Heimat schon lange zu den größten Bühnen- und Leinwandkünstlern gezählt hatte. Doch mit dem Triumph des Stasi-Dramas als Bester fremdsprachiger Film bei der Oscar-Verleihung 2007, kein halbes Jahr vor Mühes Tod, bekam er auch international die Anerkennung, die er sich in Deutschland längst verdient hatte. Jahre später sollte Woody Harrelson (True Detective) Ulrich Mühes schauspielerische Leistung in Das Leben der Anderen gegenüber der New York Times als die beste des vergangenen Jahrzehnts bezeichnen. Und das Thema seines erfolgreichsten Films war kein beliebiges für Mühe: Er selbst hatte in den letzten Monaten der DDR Demonstrationen gegen das Regime organisiert und Reden gehalten, seiner ersten Ehefrau sagte er später Stasi-Kontakte nach. Das ausgerechnet Mühe einmal für eine Rolle als Stasi-Hauptmann mit dem Deutschen und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet werden sollte, war somit ein wahrlich filmreifer Zug der Geschichte.

Worum geht’s in Das Leben der Anderen?

Oberstleutnant Anton Grubitz (Ulrich Tukur) beauftragt Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) damit, den Dramatiker Georg Dreyman (Sebastian Koch) und seine Lebensgefährtin, den Theaterstar Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), auszuspionieren. Wiesler soll herausfinden, ob der Dramatiker wirklich so politisch loyal ist, wie er vorgibt. Infolgedessen verwanzt das Ministerium für Staatssicherheit die Wohnung des Künstlers und richtet auf dem Dachboden des Hauses eine Einsatzzentrale ein, in der alles, was in Dreymanns Wohnung geschieht, aufgenommen und akribisch protokolliert wird. Doch auch an Wiesler selbst geht das Eindringen in „das Leben der Anderen“ nicht spurlos vorbei. Zumal er bald herausfindet, dass es bei der ganzen Aktion eigentlich gar nicht so sehr um die Loyalität Dreymans zum Staat, sondern um seine schöne Freundin Christa-Maria geht, an der auch andere Männer Interesse haben. (Quelle: filmstarts.de)

Worum geht’s im Fahrstuhl?

Nicht weniger als das Gewissen fährt mit Stasi-Hauptmann Wiesler im Aufzug, als ihm ein kleiner Junge treuherzig von der schlechten Meinung seines Vaters über die Staatssicherheit erzählt. Es wäre ein Leichtes, den Namen des Kritikers zu erfahren, ihm das Leben schwerzumachen – aber Wiesler beschleichen Skrupel: ein Schlüsselmoment im Film.

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