Hier spielt die Musik: Musikvideos im Aufzug

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Fahrstühle und Popmusik? Da dürfte vielen Aerosmiths „Love In An Elevator“ einfallen. Tatsächlich spielt auch das zugehörige Musikvideo im Aufzug. Doch noch viel mehr Bands und Künstler nutzen die enge Kiste, um ihre Songs zu präsentieren. Wir zeigen Beispiele.

Kein Song dürfte den Fahrstuhl prominenter in der Musikgeschichte platziert haben als Love In An Elevator, die erste Single aus Pump, dem zehnten Studioalbum der US-Hardrocker Aerosmith. „Livin‘ it up when I’m goin‘ down“ kreischt Sänger Steven Tyler unentwegt im Refrain – und um die Metapher des Abwärts-Fahrens stilecht umzusetzen, durfte der Aufzug im Musikvideo natürlich nicht fehlen. „Oh, good morning Mr. Tyler, going down?“, flötet eine Dame dem Mann mit dem großen Mund im Kaufhaus entgegen, bevor es hinein in den Fahrstuhl geht. Was folgt, sind 5 Minuten und 40 Sekunden lang bewährte Rockstargesten und allerlei Merkwürdigkeiten rund um den Aufzugschacht: ein Schlachter und Liliputaner, zwei tanzende Schaufensterpuppen und Figuren aus dem Zauberer von Oz. Und mittendrin die schulterlangen Dauerwellen der Musiker. Wir schrieben das Jahr 1989…
Hier gibt’s das Aerosmith-Video zu sehen.: Love In An Elevator

Triefendes Pathos statt Irrsinn regiert im Video zu Just Friends, einer Single von Linda Carriere aus dem Jahr 2002. Wem der Name der Sängerin nichts sagt, der sei entschuldigt. Nach dem Song wurde es wieder sehr still um die aus London stammende Carriere, die 1992 nach Deutschland zog, einmal am Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teilnahm und – laut Wikipedia – zurzeit in Aschaffenburg lebt. Immerhin reichte es für diesen veritablen Schmusesong und ein Musikvideo mit schönen Menschen und ganz viel Zeitlupe.

 

Etwas überraschender ist wiederum, was sich im Musikvideo zum Synthie-Pop-Song Up We Go rund um die kanadische Sängerin Lights abspielt: Zwei Wrestler gehen aufeinander los, ein Paar tut das Gleiche, wenn auch ungleich liebevoller, ein Bankräuber entkommt der Polizei – und zwischendurch darf die Band zum Refrain ihre Instrumente aufbauen. Das Video wurde in nur einer einzigen Aufnahme gefilmt, die Freude der Crew über das Gelingen darf am Ende genauso bewundert werden wie der Fake-Aufzug.

 

Dass auch in deutschen Musikvideos bisweilen mit dem Fahrstuhl gefahren wird (oder auch anderes darin geschieht), bewiesen die einstigen (Kinder-)Stars von Tokio Hotel erst vor wenigen Monaten – für ihre Single Love Who Loves You Back. Zugegeben: Der Aufzug spielt nur eine Nebenrolle inmitten der fast vierminütigen Liebkosungsorgie in Zeitlupe, doch sein Auftritt hat es in sich. Denn man sieht da bei Minute 2:47 doch nicht etwa…? Doch, man sieht. Ein eher niedlicher Versuch, für ein wenig Gesprächsstoff zu sorgen.

 

Sympathischer erscheint da schon die Abrechnung der Ärzte mit einer offenbar äußerst nervigen Person im Song Yoko Ono. Im Video aus dem Jahr 2001 geht’s mit den drei Berliner Musikern im Aufzug steil bergab, weil eines der Stahlseile reißt. Okay, ganz realistisch ist das zum Glück nicht – und das Happy End bleibt auch aus. Aber dafür ist das 45-sekündige Video, das einst als kürzestes Musikvideo der Welt galt, ziemlich gut und rasant gefilmt.

 

In der kommenden Woche gibt es an dieser Stelle weitere Musikvideos aus dem Aufzug, dann vor allem aus dem Bereich HipHop und R’n’B.

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