Jeder kommt zum Zug: Bahnhöfe in aller Welt

Foto: Michael SwitalaFoto: Michael Switala

Zug verspätet? Halb so schlimm, wenn man die Wartezeit inmitten spektakulärer Architektur verbringen kann. Auf der ganzen Welt wird auf unkonventionelle Bahnhofsbauten gesetzt – schließlich bilden sie den „Erstkontakt“ zur neuen Stadt. Wir zeigen die spektakulärsten unter ihnen.

Immer mehr Städte schmücken sich mit auffälligen Bahnhofsgebäuden, die durch extravagante Dachkonstruktionen und Formen oder strahlende Farben zu Wahrzeichen werden. Emporis, internationaler Anbieter von Gebäudeinformationen, hat eine Auswahl der spektakulärsten Bahnhöfe zusammengestellt.

Foto: Michiel van Dijk

Foto: Michiel van Dijk

Eines der außergewöhnlichsten neuen Projekte ist dabei der Gare de Liège-Guillemins in Belgien. Er fällt vor allem durch sein gigantisches bogenförmiges Dach auf, das die gesamte Länge des Bahnhofes überspannt. Der 312 Millionen Euro teure Bahnhof wurde vom Architekten Santiago Calatrava entworfen. Dank moderner Hochgeschwindigkeitszüge ist Lüttich nun nur noch 39 Minuten von Brüssel entfernt, etwa eine Stunde von Köln, circa zwei Stunden von Paris und Frankfurt und etwa drei Stunden von London. Mit rund 15.000 Passagieren pro Tag ist er einer der geschäftigsten Bahnhöfe in ganz Belgien.
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Foto: sprklg

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Ebenfalls hoch im Kurs stehen ausgefallene Sanierungen historischer Bahnhofsgebäude: So bildet die gewölbte Glasverkleidung des 2007 renovierten Gare de Strasbourg den größtmöglichen Kontrast zur altehrwürdigen Fassade des Empfangsgebäudes, sie lässt es von außen wie ein gestrandetes Ufo aussehen. Der Gare de Strasbourg ist Frankreichs zweitgrößter Bahnhof.
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Foto: Shigehiro Ono

Foto: Shigehiro Ono

Die King’s Cross Railway Station in London hingegen zieht die Blicke der Reisenden seit 2012 vor allem durch ein 20 Meter hohes Stahldach auf sich, das sich in Rauten und Dreiecken über dem viktorianischen Gebäude ausbreitet. King’s Cross Railway Station wurde als Zentrum der Great Northern Railway erbaut und bildet den Endpunkt der East Coast-Hauptlinie. Das Gebäude spielt eine wichtige Rolle in den „Harry Potter“-Romanen von Joanne K. Rowling: Das Gleis 9 ¾, Ausgangspunkt des „Hogwarts Express“, befindet sich in der Station und kann durch einen geheimen Zugang in der Backsteinmauer zwischen Gleis 9 und 10 betreten werden.
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Foto: sigiha20141

Foto: sigiha20141

Als ein besonders farbenfrohes Projekt sticht der Bahnhof der norddeutschen Stadt Uelzen hervor. Er wurde im Jahr 2000 im eigenwilligen Stil des Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgestaltet und ist seitdem der einzige Hundertwasser-Bahnhof der Welt. Das ursprüngliche Gebäude entstand 1887, es wurde von 1998 bis 2000 für die Weltausstellung in Hannover saniert. Der Bahnhof ist eines der letzten Projekte Hundertwassers, der im Jahr 2000 starb.
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Foto: Navjit Bhamra

Foto: Navjit Bhamra

Mindestens ebenso eindrucksvoll sind die Bahnhöfe aus den Anfangstagen des Eisenbahntourismus, die sich das Flair vergangener Epochen bewahrt haben. So zählt der Grand Central Terminal in New York seit seiner Eröffnung 1913 zu den herausragenden Bahnhöfen, jedes Jahr wird er von mehr als 21,6 Millionen Touristen besucht. Grand Central ist ein sogenannter Terminus und keine Station im eigentlichen Sinne, da Züge dort – hauptsächlich an Stumpfgleisen – enden. 1968 schlug die Penn Central Corporation vor, einen Büroturm auf dem Bahnhofsgebäude zu errichten. Zunächst bestand wenig Hoffnung, dass dieses Projekt abgelehnt würde, doch Jacqueline Kennedy Onassis setzte sich erfolgreich für die Erhaltung des historischen Bahnhofes ein.
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Foto: Kirk Kittell

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Der monumentale Chhatrapati Shivaji Terminus in Mumbai wurde 2004 als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet, bis heute ist er der geschäftigste Bahnhof Indiens. Das Eingangstor des Bahnhofs zieren Skulpturen eines Löwen und eines Tigers, die  als Symbole für Britannien und Indien stehen. Das Gebäude wurde 1888 zu Ehren des Goldenen Thronjubiläums von Königin Victoria fertiggestellt.
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Auch in Zukunft wird es für Freunde moderner Bahnhofsarchitektur einiges zu bestaunen geben. Denn gleich zwei Projekte stehen kurz vor ihrer Fertigstellung, beide werden in Sachen Bahnhofsarchitektur neue Maßstäbe setzen. Die ARTIC Station in Anaheim wird nach ihrer geplanten Fertigstellung in diesem Jahr zehn verschiedene Transportarten bieten. Voraussichtlich werden dort täglich rund 10.330 Menschen das Transportzentrum als Verkehrsmittel nutzen.
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Foto: Tectonic Photo

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Der Bahnhof World Trade Center Transportation Hub in New York soll 2015 fertiggestellt werden. Das Dach des Hubs mutet an wie ein Flügel aus Stahl und Glas. Sein Design garantiert, dass Tageslicht in das Gebäudeinnere dringen kann.
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Weitere sehenswerte Bahnhöfe:

Foto:  Janne Huttunen

Foto: Janne Huttunen

Antwerpen-Centraal, Belgien. Architekten: Louis Dela Censerie, Clement van Bogaert.
Das Hauptgebäude des Bahnhofes, eine der eindrucksvollsten Eisenbahn-„Kathedralen“ der Welt, wurde erst nach den Bahnsteigen und ihrer Überdachung gebaut. Von 1998 bis 2007 wurde die Station von einer Endstation in einen Durchgangsbahnhof umgewandelt.
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Foto: Manuela Martin

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Gare do Oriente, Portugal. Architekt: Santiago Calatrava S.A.
Das Gebäude wurde 1998 als Transportzentrum für die Weltausstellung in Lissabon errichtet. Mit etwa 75 Millionen Gästen pro Jahr ist der Bahnhof einer der meistbesuchten Portugals.
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Foto: Michael Switala

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Rotterdam Centraal Station, Niederlande. Architekten: Sybold of Ravesteyn, Benthem Crouwel, Meyer en Van Schooten Architecten, West 8 Landscape Architects BV.
Die Station wurde am 13. März 2014 durch König Willem-Alexander offiziell wiedereröffnet und wird täglich von rund 110.000 Passagieren genutzt. Neben 750 Autostellplätzen bietet sie auch 5.200 Fahrradstellplätze.
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Foto: DaveFlker

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Southern Cross Railway Station, Australien. Architekten: Grimshaw Architects, Daryl Jackson Pty Ltd.
Das ursprüngliche Gebäude von 1859 war unter dem Namen Spencer Street Station bekannt. Das dünenförmige Dach, das das Gebäude überspannt, wurde im Zuge einer umfangreichen Neugestaltung im Jahr 2006 fertiggestellt.
Mit etwa 16,8 Millionen Passagieren pro Jahr ist sie Melbournes am drittmeisten besuchte Bahnstation.
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Quelle: emporis.de

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