Internationaler Hochhaus Preis für Bosco Verticale

„Bauwerke, die sich durch besondere Ästhetik, zukunftsweisende Gestaltung, städtebauliche Einbindung, Nachhaltigkeit sowie innovative Technik und Wirtschaftlichkeit auszeichnen“ werden mit dem Internationalen Hochhaus Preis prämiert. Diesmal geht er an einen Mailänder Wohnkomplex.

Seit 2004 wird die Auszeichnung vergeben, ausgelobt von der Stadt Frankfurt am Main und kuratiert durch das Deutsche Architekturmuseum sowie die DekaBank. Über die Vergabe entscheidet eine internationale Expertenjury, in diesem Jahr unter dem Vorsitz des vorherigen Gewinners, dem Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven. Der Preis geht gleichermaßen an den Architekten und Bauherrn eines Gebäudes, das neu errichtet wurde und eine Höhe von mindestens 100 Metern aufweisen muss. Ausgezeichnet werden die Sieger mit einer Statuette des Künstlers Thomas Demand sowie einem Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro, das für einen guten Zweck gespendet wird.

Die Preisträger von 2004 bis 2014

  • 2004: De Hoftoren (Sitz des niederländischen Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft) in Den Haag, Niederlande. Entwurf: Kohn Pedersen Fox Associates International PA, London (siehe Sheldon Fox); Bauherr: ING Vastgoed, Den Haag (Immobilientochter der ING Groep)
  • 2006: Torre Agbar in Barcelona, Spanien. Entwurf: Ateliers Jean Nouvel, Paris; Bauherr: Sociedad General de Aguas de Barcelona SA (Spanien)
  • 2008: Hearst Headquarters Tower in New York City, USA. Entwurf: Büro Foster + Partners, London (Lord Norman Foster); Bauherr: Hearst Corporation, New York
  • 2010: The MET in Bangkok, Thailand. Entwurfsplanung: WOHA, Singapur; Assoziierte Architekten: Tandem Architects, Bangkok
  • 2012: 1 Bligh Street in Sydney, Australien; Entwurfsplanung: Ingenhoven Architekten, Düsseldorf; Assoziierte Architekten: Ray Brown/Architectus, Sydney; Bauherr: Dexus Property Group
  • 2014: Bosco Verticale in Mailand, Italien; Architekt: Stefano Boeri; Bauherr: Hines Italia SGR S.p.A.

Aus 26 nominierten Projekten und fünf Finalisten zum innovativsten Hochhausneubau der vergangenen zwei Jahre wurde mit Bosco Verticale (zu Deutsch: „vertikaler Wald“) ein Bauwerk ausgezeichnet, das laut Jury-Begründung „Pionierarbeit für die Bepflanzung von Hochhäusern geleistet hat und als Prototyp für die Städte von morgen gelten kann“.

© Kirsten Bucher

© Kirsten Bucher

Bosco Verticale

Architekten: Boeri Studio
Bauherr: Hines Italia SGR S.p.A.
Funktion: Wohngebäude
Höhe: 80 m und 112 m
Fertigstellung: Juni 2014
Standort: Mailand, Italien

 

In einem Park zwischen der Via Gaetano de Castilla und der Via Federico Confalonieri im Norden Mailands stehen zwei an ihren Außenfassaden begrünte Wohnhochhäuser. Sie sind Teil eines Revitalisierungsprojekts der Stadt Mailand, dem Programm „Metrobosco“. Zur Bebauung des 75782 m² großen Grundstücks gehören außer den beiden Wohnhochhäusern noch ein Bürohochhaus und eine Blockrandbebauung entlang der Via Federico Confalonieri. Allerdings sind nur die Wohnhochhäuser begrünt. Sie basieren auf einfachen rechteckigen Grundrissen und sind mit 19 (Turm D) bzw. 27 (Turm E) Stockwerken unterschiedlich hoch. Die um einen zentralen Gebäudekern mit Aufzügen und Treppenhaus angeordneten Stockwerksplatten kragen unregelmäßig über die Fassaden aus. Dort bilden sie Terrassen und Balkone, die mit Pflanzen und Bäumen bestückt sind. So erhält jede der 113 unterschiedlich großen Wohnungen Zugang zu mindestens einer Terrasse oder einem Balkon. In luftiger Höhe haben die Bewohner ihren eigenen „kleinen Wald“ – denn es sind an die 900 Bäume, die an den Fassaden wachsen, durchmischt mit Stauden, Sträuchern und Bodendeckern. Unter Hinzuziehung von Botanikern und Gärtnern wurden die Pflanzen für ihre jeweilige Position an der Fassade ausgewählt und herangezüchtet. Ihre Pflege wie auch ein ausgefeiltes Bewässerungssystem sind Teil des Gesamtkonzepts. Die weit gefächerte Pflanzenvielfalt entspricht pro Hochhaus derjenigen eines ganzen Hektar Waldes. Das naturnahe Wohnen wird somit nicht durch Technik, sondern durch die Pflanzen selbst erreicht. Sie sorgen für ein angenehmes Mikroklima und dienen als Sonnenschutz.
(Quelle: international-highrise-award.com)

Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main zeigt noch bis zum 1. Februar 2015 die Ausstellung BEST HIGH-RISES 2014\15, in der alle nominierten Bauten vorgestellt werden. Die Gewinner-Hochhäuser sowie die vier Finalisten werden zudem anhand von Modellen, großformatigen Fotos, Zeichnungen, Texten und Filmen dokumentiert.
Mehr dazu auf dam-online.de.

© Paolo Rosselli

© Paolo Rosselli

© Kirsten Bucher

© Kirsten Bucher

© Kirsten Bucher

© Kirsten Bucher

© Kirsten Bucher

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