Ganz enge Kiste: Bands im Fahrstuhl

Da bekommt das Wort „Kammermusik“ eine ganz neue Bedeutung: Wir zeigen die schönsten Auftritte von Bands im Fahrstuhl – mit Arcade Fire, The xx und Florence + the Machine.

Zugegeben: Proberäume sind nicht immer und überall ganz billig, und für eine kleine Jam-Session gleich das Wembley-Stadion zu mieten, wäre auch leicht übertrieben. Ein Aufzug bietet da eine schöne Alternative, einen stimmungsvollen, atmosphärisch dichten Schauplatz fürs musikalische Zusammenspiel, mit mitunter überraschenden und genauso überraschten zufälligen Zuhörern. Dass sich aber ausgerechnet die Mitglieder der kandadischen Band Arcade Fire für einen Song im Fahrstuhl treffen, ist schon erstaunlich. Schließlich besteht die Band aus acht, mitunter auch noch mehr Musikern, die erst mal alle Platz finden wollen auf derart begrenztem Raum. Unser Fazit lautet dennoch, und gerade auch wegen „reißerischer“ Improvisationskünste: Grandios bewältigt!

Deutlicher leichter hatte es da das Londoner Dream-Pop-Trio The xx. Zumal man sich für die Akustik-Session der Reihe „(behind) closed doors“ nur zu zweit in den Fahrstuhl gezwängt hat. Da ihre Musik aber wohl selbst in einem Schuhkarton funktioniert, besteht die Band auch die Aufzug-Prüfung mit Bravour – trotz eines lärmenden Zwischenfalls.

Die kleinen Fahrstuhlkonzerte aus verschiedenen Amsterdamer Hotel-Aufzügen haben schon Tradition – und einige namhafte Musiker angezogen. Die musizierenden Schwestern von Tegan und Sara und CocoRosie etwa, die Libertines-Nachfolgeband Dirty Pretty Things oder auch Wir Sind Helden.

Bands im Fahrstuhl: Musikalisch und humorig

Dass eine große Stimme keine sakralen Räume braucht, sondern auch im kleinen Rahmen ihre Wirkung entfaltet, beweist Florence Welch, Leadängerin der englischen Indie-Band Florence + the Machine. Und nicht nur gesanglich ist ihr Auftritt aller Ehren wert, gegen Ende der Aufnahme beweist sie sich sogar noch als veritable Drummerin.

Eher Humorig gehen es ein paar Herren aus der Schweiz an, sie nehmen sich des 2013er-Sommerhits „Blurred Lines“ an. Größte Tücke ist hier ganz offensichtlich nicht so sehr die musikalische Umsetzung als vielmehr die Aufzugtür. Da stellt sich die Frage: Ist das gewollt oder sollte man dem entsprechenden Herrn mal flüstern, dass ein Gegenstand vor dem Sensor der Tür wahre Wunder wirken kann?

Wenig bekannt, aber durchaus begabt sind The Dustbowl Revival. Bluegrass mit Geige und Bläsern und der blendenden Idee, einen gläsernen Fahrstuhl für das Kammerkonzert zu wählen. Wer draußen steht, hört zwar nicht sonderlich viel, kann sich aber wenigstens am Gezappel der Musiker erfreuen. Update: Leider ist das Video nicht mehr verfügbar.

 

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