Schlagwort: Rubrik

Drei vor zehn vom 28. Oktober: Neues aus der vertikalen Welt

Die Niederlande sind kein Flächen- sondern ein Flachland – das erklärt dann wohl auch, warum die Ingenieure dort auf Muskelkraft betriebene Aufzüge setzen. In Baden-Württemberg hingegen überlässt man den Fahrstuhlbetrieb den Motoren, dort braucht man die Kraft für einen Elevator Pitch. Die Kräfte besser einteilen hätten auch zwei Einbrecher in Düsseldorf lieber sollen. So aber blieb ihr Fluchtversuch auf halber Etage stecken. Mit den News der Woche halten wir Sie auf dem Laufenden über Neues aus der Branche, alles, was mit vertikaler Mobilität zu tun hat, und alles, was Sie getrost wieder vergessen können.

Arch Daily: Aufzug fahren dank Muskelkraft

Vertical Walking – so nennen die Ingenieure vom niederländischen Rombout Frieling lab ihre Erfindung. Und die funktioniert so: Man setzt sich auf einen Stuhl und drückt die Beine durch. Die Sitzfläche folgt der Bewegung, entlastete man dann die Beine, folgt das Fußteil nach und man kann sich erneut abstoßen. So gewinnt man langsam an Höhe, aus eigener Kraft, und doch bequem. Auf ihrer Website erklären die Erfinder, was sie auf den Gedanken zu ihrer Konstruktion gebracht hat. Der Tenor: Immer mehr Menschen wollen in Städten leben, was diese in die Höhe wachsen lässt. Gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter und tut sich entsprechend schwer mit Stufen. Vertical Walking sei eine Möglichkeit, obere Etagen und Dachräume zu erschließen, ohne auf Treppen angewiesen zu sein – und dennoch etwas für die Fitness zu tun. Guter Punkt. In den eher flachen und niedrig bebauten Niederlanden mag das funktionieren. Doch für jedes Gebäude, dass über die Höhe eines klassischen Einfamilienhauses hinausgeht, setzen wir doch lieber auf motorbetriebene Varianten. Zumal die netten Begegnungen dort auch den sozialen Kitt in einer enger zusammenrückenden Gesellschaft befördern. Insbesondere dann, wenn Aufzug und Haustechnik ein Wörtchen bei der idealen Route durch das Gebäude mitzureden haben…
Den kompletten Artikel gibt’s auf archdaily.com.

Techtag: Neue Elevator-Pitch-Runde in Baden Württemberg

bildschirmfoto-2016-10-28-um-11-39-02

Screenshot. Teilnehmer des Elevator Pitches BW 2015/16

Baden-Württemberg hingegen startet dieser Tage die vierte Runde ihres landesweiten Elevator-Pitch-Wettbewerbes. Für die Pitch-Saison 2016/2017 sind 13 Regionalcups geplant, dazu zwei branchenspezifische Cups. Gefragt sind überzeugende Persönlichkeiten, die ihre Geschäftsidee frei, prägnant und überzeugend an den Mann oder die Frau bringen können. Technische Hilfsmittel wie Video oder Power Point sind verpönt, dagegen sind Modelle, Prototypen, Fotos und Schilder erlaubt. Die Anmeldefrist für den Auftakt in Freiburg am 14. November hat jetzt begonnen, am 17. folgt der Cup am Bodensee. Eine Übersicht gibt es hier. Den letzten Wettbewerb hat übrigens GoSillico gewonnen, ein Unternehmen, dass das Design von Bioprozessen mithilfe von Computern vermarktet. So weit so unverständlich? Kommt dann noch der Regionaldialekt hinzu fragt man sich schon, wie die Teilnehmer es geschafft haben, die Juroren in knapper Zeit von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Denn bekanntlich können die Baden-Württemberger ja alles, außer Hochdeutsch.
Den kompletten Artikel gibt’s auf techtag.de.

HAZ: Kuppel des Anzeiger-Hochhauses wird saniert

1024px-anzeigerhochhaus_nachts_baustelle

Foto: Wikicommons/ Axel Hindemith

Das Anzeiger-Hochhaus im Herzen Hannovers ist ein Wahrzeichen mit Geschichte: Vor dem zweiten Weltkrieg gehörte es zu den ersten Hochhäusern des Landes, nach dem Krieg gehörte es zu einen der wenigen unzerstörten Gebäuden in der Innenstadt. Die legendären Nachrichtenmagazine Stern und Spiegel wurden hier gegründet – damals noch unter Aufsicht der britischen Militärregierung. Beim Bau vor rund 88 Jahren kamen zahlreiche innovative Techniken zum Einsatz, beim Bau der Kuppel half eine drehbare Bauplattform, das filigrane Stahlflechtwerk wurde mit dem damals gerade erst erfunden Spritzbeton ausgekleidet. Doch nun ist die Kuppel, die das höchste Kino Deutschlands beherbergt, marode und muss saniert werden. Für die Madsack Mediengruppe, der das Gebäude in Nachfolge des Verlagsgründers und Bauherren August Madsack heute gehört, sei es „eine Selbstverständlichkeit, dieses historische Bauwerk zu erhalten und zu einem neuen Treffpunkt für die Menschen der Stadt auszugestalten“, sagte Madsack-Chef Thomas Düffer der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Wir hoffen, dass die Sanierung erfolgreich und zügig vonstattengeht – und uns diese Ikone des deutschen Hochbaus noch lange erhalten bleibt.
Den kompletten Artikel gibt’s auf haz.de.

Prominent ignoriert: Lauffaulen Einbrechern wird der Fahrstuhl zur Falle

rathaus_koepenick_-_safe

Historischer Tresor im Rathaus Köpenick. Foto: Wikicommons/ Membeth

Schöner als der Express können wir es leider auch nicht pointieren: Lesen hilft! Bei 375 Kilogramm lag die Maximalbeladung eines Fahrstuhls, den zwei Einbrecher in Düsseldorf samt gestohlenem Tresor zur Flucht nutzen wollten. Der wuchtige Safe samt Dieben war nun eindeutig zu schwer für den überforderten Lastesel – und ging folgerichtig in die Knie. Was wiederum der Polizei die Gelegenheit gab, die treppenfaulen Tunichtgute noch im Gebäude aufzugreifen. Merke: Wer seinen Aufzug liebt, der behandelt in pfleglich. Und überfordert in nicht mit Lasten, für die er einfach nicht konstruiert wurde.
Den kompletten Artikel gibt’s auf express.de.

 

Rasant charmant: über den Dächern von Paris

Eine junge Frau nimmt uns mit. Ein kleiner, verschwörerischer Fingerzeig und dann hinaus aus dem Fenster und hinauf in den Himmel. Rennen. Springen. Staunen. Eine Parcours-Turnstunde über den Dächern von Paris. Zack, schon sind wir drin im Mythos dieser Metropole. Paris, das ist der zweite Hauptdarsteller bei dieser wilden Hatz.

Eine Minute und 45 Sekunden dauert das Spektakel. Es endet an einem Briefkasten, darin ein hübsches, verschnürtes Paket. Die junge Frau freut sich. War also alles nur Werbung. My little Box heißt die Firma, die eben kleine Boxen verschickt. Und die mit diesem Video einen viralen Hit gelandet hat.

IMG_2675-630x354Zugegeben, spektakuläre Videos von nicht minder spektakulären (Fun-)Sportarten haben durch neue Kameratechnologien (von der HD-Helmkamera bis zur Videodrohne) eine gewisse Konjunktur erfahren. Dieser Clip aber zieht uns hinein – oder eben hinauf auf die Dächer über Paris –, weil er mit unseren Erwartungen spielt. Dieses zarte Persönchen, das man allenfalls an einer Ballettstange vermuten würde, zelebriert die athletischen, akrobatischen Moves todesmutiger Parcours-Sportler mit einer lässigen, beiläufigen Eleganz. Selten hatte Nervenkitzel so viel Charme.

Tatsächlich sollte es einige Tage dauern, bis das Netz herausgefunden hatte, was im Netz schon mit Erscheinen des Videos herumgeraunt worden war. Superzeitlupen wurden bemüht, Schnittbilder analysiert – und siehe da: Alles Lüge. Oder eben ein wunderschön erzählte, beschleunigte Illusion von diesem Mädchen auf dem Dach. Einige Szenen wurden mit professionellen Parcours-Sportlern gedreht, andere komplett am Computer montiert. Aber hey, so charmant lassen wir uns gerne verführen. Und schaudern auch beim dritten Gucken wieder kurz, wenn die weißen Sneakers da haarscharf über der Häuserschlucht landen.

Vertikale Mobilität im Kristall

Eines der ersten Plusprimärenergiegebäude Deutschlands steht am Hauptsitz der LVM Versicherung in Münster: Bei dem 18-geschossigen Bürogebäude, entworfen von dem koreanischen Architekten Duk-Kyu Ryang und realisiert von HPP, standen eine nachhaltige Bauweise und flexible Bürostrukturen ganz oben auf der Agenda. Selbst die Aufzüge folgen diesem Leitbild und zieren den Titel der aktuellen Elevator World.

Weiterlesen

Der Schindler Global Award geht in die zweite Runde

Zum zweiten Mal findet der Schindler Global Award (SGA) weltweit statt. 2015 stand das chinesische Shenzen im Fokus. Nun sind  Studierende weltweit dazu aufgerufen, Vorschläge zu Mobilitätskonzepten für die brasilianische Metropole São Paulo einzureichen. Kees Christiaanse, Professor für Architektur und Städtebau an der ETH Zürich, ist wissenschaftlicher Partner des Wettbewerbs. Im Interview mit Jessica Bridger erklärt er, welche Chancen die Teilnahme am SGA jungen Talenten bietet.

Weiterlesen