Projekt in Linz: Wohnhochhaus macht Schule

Neue Wohnungen verlangen immer auch nach neuer Infrastruktur: Gas, Wasser, Internet, Strom sind jedoch nicht alles. Auch Einkaufsmöglichkeiten, ausreichend Kita-Plätze und Schulen gehören zu den Mindestanforderungen an ein zeitgemäßes Umfeld. AllesWirdGut und Hertl.Architekten haben das erkannt – und planen die Schule bei ihrem Wohnhochhaus gleich mit.

Bildung liefert ein solides Fundament: Im zweistöckigen Sockel des neuen Towers werden eine Kita und eine Schule untergebracht. Illustration: AllesWirdGut

Wohnhochhäuser, wir haben es schon am vergangenen Freitag berichtet, liegen schwer im Trend. Das Wiener Architekturbüro AllesWirdGut und die Styrer Hertl.Architekten können den Trend nun auf das nächste Level heben. Denn bei dem Wettbewerb für den Bruckner Tower in Linz, den die Büros gemeinsam für sich entscheiden konnten, geht es um mehr, als nur exklusiven Wohnraum. Statt der üblichen Büroflächen oder Ladenzeilen sind hier in Ergänzung der Wohneinheiten eine Kita und eine Schule vorgesehen. Die sind auf den ersten Blick zwar weniger rentabel – das Konzept ergibt aber dennoch Sinn.

Kinderbetreuung als Standortvorteil

Denn Luxus definiert sich heute längst nicht mehr allein durch Marmorplatten und goldene Wasserhähne. Viele Architekten haben längst erkannt, dass die Gestaltung der Wohnung und das Wohnumfeld immer stärker als Ausdruck des eigenen Lebensgefühls verstanden werden will. Und das ist heute eben oft: urban, modern und pragmatisch. Kurze Wege sind vielen Familien wichtig. Vor allem dann, wenn Mutter und Vater berufstätig sind und über ein entsprechend limitiertes Zeitbudget verfügen. Lieber verbringt man die gemeinsame Familienzeit bei Kurztripps am Wochenende, als im Stau auf dem Weg zur Kita. So weit, so nachvollziehbar.

Rundum laufende Balkons und Innenhof

Mit grünem Kern: Im Lageplan ist gut zu erkennen, wie sich der Innenhof zum Vorplatz öffnet. Grafik: AllesWirdGut

Ein bisschen klassisch-luxuriös geht es bei so einem Projekt dann aber eben doch auch zu. So haben etwa alle Zimmer Zugang zu den umlaufenden Balkons, der begrünte Innenhof öffnet sich zu einem großzügigen Vorplatz. Auf dem Dach des Sockels erstrecken sich Terrassen. Und auch die Architektur selbst gefällt sich in exklusivem Understatement. Eine dezente Drehung des Baukörpers so wie die sich nach oben verjüngenden Betonbrüstungen geben dem Entwurf eine schlanke, sehr individuelle Silhouette. Mit Grundrissen zwischen 30 und 150 Quadratmeter sind sowohl Single- oder Zweitwohnungen, als auch komfortable Familienwohnung im Angebot. Baubeginn für den Tower mit 40.500 Brutto-Grundfläche ist im kommenden Jahr. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

 

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