Stadtviertel mit eigener Seilbahn

Göteborger Blickfang: Geplantes Quartier in Lindholmen. Foto: Henning Larsen Architects

Eine gute Verkehrsanbindung gehört bei der Planung eines Stadtviertels zu den Grundlagen. Doch nur selten gehen die Planer soweit wie im Göteborger Lindholmen. Dort sollen künftig nicht nur Straßenbahnen rollen und Busse fahren, sondern für die Bewohner ist das Stadtviertel mit eigener Seilbahn geplant.

Henning Larsen Architects aus Dänemark, in Deutschland etwa durch den Neubau der SPIEGEL-Zentrale bekannt, erarbeiteten gemeinsam mit den Kollegen von SLA und den Ingenieuren von COWI einen Masterplan für Lindholmen. Das Planungsgebiet erstreckt sich nördlich des Hafens, unweit des Stadtzentrums von Göteborg. Zu den Vorteilen des Stadtquartiers zählt die Nähe zum Wasser – im Süden grenzt Lindholmen an den Fluss Göta älv. Der frühere Industriestandort befindet sich im Strukturwandel zu einem Viertel, in dem Forschung und modernes Gewerbe dominieren.

Moderne Mischung

Die Plätze stehen im Mittelpunkt der Planungen für Lindholmen. Fotos: Henning Larsen Architects

Die Plätze stehen im Mittelpunkt der Planungen für Lindholmen. Fotos: Henning Larsen Architects

Der Masterplan sieht eine stärkere Durchmischung dieser Nutzungsformen vor, ergänzt durch Wohnungen. Vor allem Studenten zieht es wegen der Technischen Hochschule Chalmers nach Lindholmen. Die Hochschule und der Science Park gehören zu den wichtigsten Gebäudekomplexen im Göteborger Stadtteil.

Die Stadtplaner wollen mit der Umgestaltung vor allem die Aufenthaltsqualität auf den Plätzen erhöhen und schlagen etwa breite Fußwege zum Flanieren vor. Zu sehr gehen sie aber nicht ins Detail, da die Beteiligten Institutionen in die Planungen mit einbezogen werden sollen.

Panoramablick aus der Seilbahn

Genauer sind die Vorstellungen für die Errichtung von Gebäuden. Höhe und Kubatur wählen die Planer nach eigenen Angaben so, dass die Plätze im Viertel viel Licht erhalten und nicht zu zugig geraten. An den Rändern haben sie auch die angrenzenden Quartiere im Blick. So wird die Bebauung im Nordosten am höchsten ausfallen. Denn hier grenzt das Planungsviertel an ein geplantes Hochhausareal, auf dem unter anderem der mit 230 Metern höchste Wolkenkratzer Schwedens in den Himmel ragt. SOM hatten den Wettbewerb dafür bereits 2014 gewonnen. Richtung Fluss ist hingegen eine flacher werdende Bebauung vorgesehen, denn die Architekten wollen den Zugang zum Wasser nicht abriegeln.

Und im Nordwesten wird ein Verkehrsknotenpunkt entstehen. Hier endet dann die erwähnte Seilbahn, die über den Fluss fährt und von der aus die Mitfahrer einen tollen Ausblick auf den Stadtteil, das Wasser sowie die neue Hochhaussiedlung bekommen werden. Für den Panoramablick allein hätte allerdings ein Freiluftaufzug wie in Stockholm gereicht.

Lindholmen: Stadtviertel mit eigener Seilbahn an Flusslandschaft.

Lindholmen: Stadtviertel mit eigener Seilbahn an Flusslandschaft. Foto: Henning Larsen Architects

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