Berliner Ausstellung zu Otto Bartning

Kirchen und Siedlungsbauten prägen das Werk von Otto Bartning (1883–1959). Er gehörte zu den Architekten, die im Deutschland des 20. Jahrhunderts die Baukultur prägten. Eine Berliner Ausstellung zu Otto Bartning würdigt den Architekten als Vorreiter einer sozialen Moderne.

Im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik gehörte Bartning zu den prägenden Architekten. Bereit mit seinen Bauten im 19. Jahrhundert ging er neue Wege. Sie zeugen von einer Abkehr vom damals gängigen Historismus. Mit Walter Gropius und Bruno Taut zählte Bartning zu den wichtigsten Vertreters des Neuen Bauens in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Für diesen Baustil stehen Wohnblöcke in den Berliner Siedlungen Siemensstadt und in der „Reichsforschungssiedlung“ Haselhorst. Unter Bartnings Leitung entstand zudem der Bebauungsplan für das Hansaviertel, das dieses Jahr 60-jähriges Bestehen feiert. Weitere bekannte Bartning-Bauwerke in der Hauptstadt sind die Gustav-Adolf-Kirche, die Offenbarungskirche und die Himmelfahrtkirche.

Leitbauten des Kirchenbaus

Die von ihm entworfene Sternkirche und die Kölner Stahlkirche wurden zu Leitbauten des Kirchenbaus. Einzigartig ist auch das Notkirchenprogramm, in dem ab 1946 seriell vorgefertigte Typenkirchen in 43 deutschen Städten entstanden. Als Mitbegründer des Deutschen Werkbunds nach 1945 und Gründungsmitglied der Sektion Baukunst der Akademie der Künste 1955 bestimmte Bartning die Leitlinien der Architekturentwicklung der jungen Bundesrepublik mit.

Die Ausstellung zu Otto Bartning zeigt dieses Werk anhand von originalen Zeichnungen, Fotografien und Architekturmodellen. Erstmals sind im Rahmen der Ausstellung Exponate aus dem im Otto-Bartning-Archiv der TU Darmstadt erschlossenen privaten Nachlass des Architekten zu sehen.

Die Berliner Ausstellung zu Otto Bartning in der Akademie der Künste geht bis zum 18. Juni. Vom 22. Juli bis 22. Oktober wird sie in der Städtischen Galerie Karlsruhe, der Geburtsstadt Bartnings, zu sehen sein sowie vom 19. November bis 18. März 2018 im Institut Mathildenhöhe Darmstadt.

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