Luxemburg – mit dem Aufzug zum Weltkulturerbe

Die Stadt Luxemburg galt jahrhundertelang als Festungsstadt – daran erinnert heute noch der Beiname „Gibraltar des Nordens“. An die Vergangenheit erinnert vor allem die Altstadt, die oberhalb des modernen Luxemburgs liegt, und die dortigen Reste des einstigen Bollwerks hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Für Fußgänger und Radfahrer war es bislang schwer, in den Stadtteil Pfaffenthal zu gelangen. Ein Aufzug von Schindler zum Weltkulturerbe verbindet nun Ober- und Unterstadt.

Der neue Aufzug zum Weltkulturerbe benötigt für die 60-Meter-Fahrt lediglich 30 Sekunden. Dafür sorgt ein Motor, der sonst bei Lifts in Hochhäusern zum Einsatz kommt. Während der kurzen Fahrt lässt sich der Ausblick über das Alzettetal aus der zu Hälfte gläsernen Kabine genießen. Übrigens auch nach unten, denn in den Kabinenboden ist eine begehbare Glasplatte eingelassen. Da sich der Lift an Fußgänger und Radfahrer richtet, achteten die Architekten vom Büro Steinmetzdemeyer bei der Planung auf eine komfortable Nutzung. Nutzer mit Fahrrädern oder Rollstühlen müssen nicht wenden, da der Austritt auf der gegenüberliegenden Seite des Eintritts erfolgt.

Spektakulärer Ausblick von Fußgängerbrücke

Aufzug zum Weltkulturerbe: 60 Meter in 30 Sekunden schafft der Schindler-Lift.

Aufzug zum Weltkulturerbe: 60 Meter in 30 Sekunden schafft der Schindler-Lift.

Die Maximallast des Aufzugs liegt bei 5.000 Kilogramm – bis zu sechs Radfahrer mit ihren Zweirädern oder zwölf Personen haben Platz. Die Nutzung des Lifts ist kostenlos, denn das Projekt ist Teil einer Initiative der Stadt Luxemburg, Besucher und Bewohner zu ermuntern auf das Auto zu verzichten. Ihre Fahrt mit dem neuen Aufzug zum Weltkulturerbe endet auf einer 72 Meter langen Fußgängerbrücke, von der ein weiterer spektakulärer Ausblick möglich ist. Von der Brücke geht es in den Parc Pescatore und weiter in die Oberstadt.

Der Pfaffenthal-Lift hatte ursprünglich bereits 2011 seinen Betrieb aufnehmen sollen. Die Pleite des beauftragten Bauunternehmens verzögerte die Umsetzung jedoch mehrere Jahre. Hinzu kamen Schwierigkeiten mit dem Baugrund. Der Sandstein erwies sich zum Teil als instabil, und die Felswand wies große Lücken auf, sodass die Konstruktion mihilfe von Stangen im Felsen verankert werden musste. Auch der starke Wind vor Ort machte hohe Sicherheitstests notwendig. Dennoch konnte das Ziel eines schlanken Betonturms, der sich dezent in die Umgebung einfügt, eingehalten werden.

Gefeierter Aufzug zum Weltkulturerbe

Die Einweihung des Aufzugs wurde im Juni 2016 feierlich begangen. Das Großherzogtum gab zu diesem Anlass sogar eine Gedenkmarke heraus. Die Stadt investierte zudem nicht nur in den Pfaffenthal-Lift, sondern auch in die Radwege, die dorthin führen. Der Aufzug ist auf großen Ansturm vorbereitet: Rund 150 Radfahrer und 300 Fußgänger können die Kabine pro Stunde nutzen.

Vom Aufzug geht es über die Fußgängerbrücke zum Parc Pescatore.              Fotos: Elevator World Magazine

Mit freundlicher Unterstützung und unter Verwendung von Fotos und Material des Elevator World Magazine entstanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.