Frei Otto: Ausstellung zu seinem Werk in Karlsruhe

Frei Otto am Modell der Olympiaschwimmhalle

Frei Otto (1925–2015) gehörte zu den größten seiner Zunft. Vergangenes Jahr bekam er posthum den Pritzker-Preis, die höchste Auszeichnung für Architekten weltweit. Eine Ausstellung in Karlsruhe widmet sich seinem Werk unter dem Titel „Frei Otto. Denken in Modellen“.

Im Zentrum für Kunst und Medien ist die nach eigenen Angaben größte Ausstellung zum Oeuvre Frei Ottos zu sehen. Mehr als 200 Modelle, Werkzeuge und Objekte werden gezeigt. Mehr als 1.000 Fotos, Filme, Zeichnungen und Skizzen erlauben einen Tiefen Einblick in bekannte und unbekannte Entwürfe des bedeutenden Vertreters der biomorphen Architektur. Zu den herausragenden Projekten zählte der Olympiapark in München. Auch mehr als 40 Jahre nach der Errichtung beeindrucken Olympiastadion, Olympiahalle und Olympiaschwimmhalle mit ihrer Leichtigkeit. Die zeltartigen Dachkonstruktionen hatte Frei Otto davor bereits mehrfach umgesetzt, etwa am Kölner Tanzbrunnen.

Nachtansicht des Kölner Tanzbrunnens von Frei Otto

Errichtet zur Bundesgartenschau 1957: der Kölner Tanzbrunnen. Foto: saai | Südwestdeutsches Archiv für
Architektur und Ingenieurbau, Karlsruher Institut für Technologie, Werkarchiv Frei Otto

Die Ausstellung zeigt die Modelle auf einem rund 50 Meter langen Tisch. Sie sind nach Maßstab geordnet. Fotos, Filmaufnahmen und Pläne erläuternd ergänzend das jeweilige Projekt. Zugleich werden Kontinuitäten im Werk Frei Ottos sichtbar, weshalb die Macher der Ausstellung, Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai), die Wüstenrot Stiftung und ZKM, von einer „horizontale Wunderkammer“ sprechen.

Frei Otto: Zugang zum Archiv

Ein weiterer Bestandteil der Ausstellung ist das freie Archiv Frei Ottos. Es besteht aus 18 Regalen und ermöglicht einen Einblick in das Leben und Schaffen des Architekten. Dazu zählten die Gründung der Berliner „Entwicklungsstätte für den Leichtbau“, ebenso wie des „Instituts für Leichte Flächentragwerke“ an der Technischen Hochschule Stuttgart, das als Modell für den deutschen Expo-Pavillon 1967 in Montreal diente. Gezeigt wird aber auch das nicht eingereichte Wettbewerbsmodell für den Tiefbahnhof Stuttgart 21.

Frei Ottos Modell für Stuttgart 21

Modell für Stuttgart 21 von 1997/98. Credit: saai | Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau, Karlsruher Institut für Technologie, Werkarchiv Frei Otto, Foto: Bernd Seeland

Die Karlsruher Ausstellung zum Werk Frei Ottos ist noch bis Sonntag, 12. März, im Zentrum für Kunst und Medien zu sehen. Es hat mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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