Drei vor zehn vom 6. Januar: Neues aus der vertikalen Welt

2017 – alles wie gehabt: Das Wettrennen um den schnellsten Aufzug geht in die nächste Runde. Dem Space elevator mangelt es weiterhin am Geld. Dafür bietet das Wohnhochhaus Concierge-Service für alle. Schöne neue Welt. Mit den News der Woche halten wir Sie auf dem Laufenden über Neues aus der Branche, alles, was mit vertikaler Mobilität zu tun hat, und alles, was Sie getrost wieder vergessen können.

Washington Post: Das Wettrennen um den schnellsten Aufzug

Shanghai Tower, Foto: Ermell, Wikimedia Commons

Das Wettrennen um die schnellsten Aufzüge der Welt findet in China statt. Um den Titel kämpfen zwei japanische Hersteller. Mitsubishi hält den Rekord mit den Aufzügen im chinesischen Shanghai Tower, die 20,5 m/s sprich 73,8 km/h auf den Tacho bringen. Erst im Dezember 2016 gab es dafür den offiziellen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde. Hitachi hat aber bereits mit zwei Hochgeschwindigkeitsaufzügen (bisher bis zu 71,9 km/h) im Guangzhou CTF Finance Centre Ansprüche auf den Titel angemeldet. Viel Luft nach oben ist da allerdings nicht, weil 82,7 km/h als Grenze gelten, ab der Passagieren speiübel wird. Wie auch immer und wer auch immer, der Senkrechtstarter schaut sich das Wettrüsten in aller Ruhe von unten an und steigt in nichts ein, das durch die Decke geht.
Den kompletten und lesenswerten Artikel gibt’s auf washingtonpost.com. (in englischer Sprache)

Golem.de: Ganz irdische Probleme beim Aufzug zum Mond

Künstlerische Darstellung eines Weltraumliftes. Bild: Wikimedia

Die Europäische Raumfahrtagentur Esa hält sich nicht mit Rekorden auf. Sie will Neuland betreten und  mit einem Weltraumaufzug die wirtschaftliche Ausbeutung des Monds ermöglichen. Ein Missionsplaner der Esa stellte das Vorhaben auf dem Chaos Communication Congress (33C3) in Hamburg vor. Technisch sei es bereits jetzt möglich: Weil die Gravitation des Mondes geringer sei als die der Erde, könne ein Weltraumaufzug schon jetzt mit bekannten Polymeren dort realisiert werden. Mit einer Masse von rund 1000 Tonnen hätte dieser Aufzug eine Nutzlast von etwa 20 Saturn-V-Raketen, die für die Mondlandung im Apollo-Programm im Einsatz waren. Was fehlt, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, ist weder das Knowhow noch die Fantasie, sondern lediglich – und da sind wir wieder ganz down to earth – das Geld.
Den kompletten Artikel gibt’s auf golem.de.

Business Insider: Mehr Hochhäuser in die deutschen Städte

Im 2012 fertiggestellten Wohnhochhaus Isarbelle in München gibt es keinen Concierge.

In deutschen Großstädten muss es mehr Wohnhochhäuser geben, fordert Thomas Zabel, Vorstand des Berliner Immobilienvermittlers Zabel Property. Die Vorteile lägen doch auf der Hand. Man kann nicht unbegrenzt in die Breite bauen. Das Stadtpanorama werde aufgewertet. Die Bewohner dieser zentral gelegenen Wohntürme unmittelbaren Zugang zu „Oper, Theater, Shopping oder Clubs“. Dazu kämen „Gemeinschaftsräume und -terrassen, Fitness- und Wellnessangebote sowie weitere Annehmlichkeiten, die sich die Bewohner des Hauses teilen“. Nicht zu vergessen der „Concierge-Service“, den diese Häuser böten. Das Beste daran: „Diese Dienstleistungen stehen nicht nur im hochpreisigen Segment zur Verfügung […]. Bei den Neubauprojekten ist eine Immobilie auch für Millennials erschwinglich.“ Na wenn das so ist, investiert der Senkrechtstarter jetzt auch in ein Wohnhochhaus und lässt den Concierge in Zukunft das „Drei vor zehn“ erledigen.
Den voll durchfinanzierten Beitrag gibt’s auf businessinsider.de.

Prominent ignoriert: Sprengen statt Böllern

Was die Kollegen von der Immobilien Zeitung dieses Mal im Silvesterpunch hatten, wissen wir nicht, aber wir nehmen gern das Gleiche. Anders ließe sich auch nicht erklären, wieso knallhart Immobilienjournalisten auf einmal „Statt Chinaböllern lieber mal ein Hochhaus sprengen!“ möchten. Zeigt sich da der Tyler Durden im Redakteur? Schaut der Immobilienjournalist vielleicht klammheimlich abends Sprengungsvideos, wenn er den ganzen Tag über neue, sanierte, revitalisierte Gebäude geschrieben hat? Der Senkrechtstarter ergeht sich zwar nicht in Zerstörungsfantasien, genießt aber schließlich auch die horizontale Mobilität am Ende seiner arbeitsreichen Tage voller Vertikaltransport.
Das Video gibt’s unter immobilien-zeitung.de.

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