Die Hochhaustrends 2017 – eine Vorhersage

Das Council on Tall Buildings and Urban Habitat (CTBUH) ist eine hervorragende Quelle zu Hochhausprojekten auf der ganzen Welt. Da verwundert es nicht, dass die Experten schon zu Beginn des neues Jahres vorhersagen können, welche Hochhaustrends 2017 bestimmen werden. Nicht alle überraschen oder sind wirklich neu, dennoch lohnt sich ein Blick auf die Prognosen zu den Hochhaustrends 2017.

Im Januar wird in Hamburg die Elbphilharmonie eröffnet – in Shenzhen könnte pünktlich zum chinesischen Neujahrsfest mit dem Ping An Finance Center eines der höchsten Gebäude der Welt fertiggestellt werden. Allerdings gab es auch bei diesem Mammutprojekt immer wieder Verschiebungen, sodass die Fachleute von CTBUH zwar den Termin vorhersagen, ihn aber noch mit einem kleinen Fragezeichen versehen. Das Bauen in 600 Metern Höhe verläuft eben nicht ohne Probleme.

Blick auf Ping An Finance Center in Shenzhen in 2015. Foto: Wishds/Wikimedia

Hochhaustrend Mischnutzung

Das gilt auch für das Projekt Marina 101. Elf Jahre dauert die Bauzeit in Dubai bereits. Im März könnten die Arbeiten am dann höchsten Betongebäude abgeschlossen sein. Es steht für den Trend zur Mischnutzung in Wolkenkratzern, die in ihren Anfängen vor allem als Bürofläche dienten, nun aber zusehends zum Wohnen und für Läden genutzt werden.

In Dubai dominiert noch Beton, doch Holzgebäude stoßen immer häufiger in höhere Regionen vor. Dieser Hochhaustrend ist nicht neu, setzt sich aber mit höheren Holztürmen fort. So könnte Mitte 2017 das „TallWood House“ in Vancouver zum Abschluss gebracht werden und damit höchstes Holzhaus der Welt werden. Doch bereits in der zweiten Jahreshälfte dürfte das „HoHo“ (Holzhochhaus) in Wien diesen Titel für sich reklamieren.

Holz gilt als Baustoff mit guter Öko-Bilanz, da es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt. Nachhaltigkeit gewinnt auch beim Bauen in die Höhe an Bedeutung. Als Vorreiter will sich hier Australien etablieren, meint das CTBUH und rechnet für den Kontinent mit neuen Projekten, die strengen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Soziale Komponenten spielen bei Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Sozialismus und Kapitalismus verbindet auf moderne Weise das Projekt BD Bacata Tower. Es wurde per Crowdfunding finanziert und wird im April 2017 fertiggestellt. 3.500 Investoren sind dann zu Eigentümern geworden. So richtig sozialistisch ist das Hochhaus dann aber doch nicht, denn die 3.500 Geldgeber brachten es zusammen auf ein Kapital in Höhe von 220 Millionen Dollar.

Wohnen wie James Bond

Über ein großes Budget verfügen viele Tech-Firmen. Sie zieht es in repräsentative Gebäude in die Innenstädt, schreibt das CTBUH. Der Trend gehe dabei zu mehreren Türmen, die durch Brücken miteinander verbunden seien. Doch auch die Old-Economy trägt ihre Marke in die Städte. Aston Martin steht für den Trend, dass Automobilkonzerne ihre Designsprache auf Hochhäuser übertragen. In Miami entsteht ein Turm für Luxuswohnungen, bei denen man sich vorstellen kann, dass hier auch James Bond residieren würde.

Auch in Bonds Heimat zeichnet ab, dass es verschiedene neue Wolkenkratzer geben wird – Brexit hin oder her. Doch auch Paris will sein Hochhausviertel La Défense erweitern. Der Tour Hekla wird im Laufe des Jahres in Bau gehen und nach Fertigstellung das zweithöchste Gebäude Frankreichs sein.

Der letzte der Hochhaustrends 2017 legt gleich den Grundstein für Prognosen in den kommenden Jahren. Denn der steigende Zuzug in die Städte führt vor allem in Entwicklungsländern dazu, dass dort in die Höhe gebaut werden muss, um die Metropolen nicht nur in der Fläche wachsen zu lassen. In Kenias Hauptstadt Nairobi ist man längst so weit: Fast ein Viertel aller afrikanischen Hochhausprojekte entsteht dort. 2017 beginnt dort die Errichtung des ersten Wolkenkratzers mit mehr als 300 Metern Höhe in Afrika.

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