Drei vor zehn vom 18. November: Neues aus der vertikalen Welt

Harrods beweist Stil bei der Sanierung einer Rolltreppenhalle und Michigan hat sorgt sich um seine Fahrstuhl fahrenden Bürger. Schindler gewinnt derweil die Herzen Deutscher Architekten und für zwei Anwälte des Kleinen Mannes muss der Fahrstuhl schon aus Gold sein. Mit den News der Woche halten wir Sie auf dem Laufenden über Neues aus der Branche, alles, was mit vertikaler Mobilität zu tun hat, und alles, was Sie getrost wieder vergessen können.

Evening Standard: Harrods gestaltet Rolltreppenhalle neu

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Neuer Glanz im alten Design: Rolltreppenhalle in Harrods Stammhaus in London. Foto: Evening Standard.

Das traditionsreiche Londoner Kaufhaus Harrods hat kräftig investiert: Rund 20 Millionen Pfund oder 23 Millionen Euro ließ sich der ehemalige Hoflieferant die Umgestaltung einer Rolltreppenhalle kosten. Das meiste Geld floss dabei in die Wiederannäherung an den Originalzustand von 1939. Damals wurden in diesem Aufgang die ersten Fahrtreppen installiert. Über die Dekaden waren zahlreiche Details der im Stile des Art déco gestalteten Halle hinter Verkleidungen verschwunden. Im Zuge der Modernisierung wurden sie nun wieder freigelegt. Die Fahtreppen selbst sind freilich keine Artefakte sondern Neueinbauten auf dem modernsten Stand der Technik.  Sogar eine dezente Stufenbeleuchtung ist inklusive. Harrods ist einer der frühen Vorreiter in puncto Rolltreppen auf der Insel: Bereits 1898 wurde die allererste im Stammhaus installiert. Damals, so heißt es, wurde ängstlichen Kunden noch ein Brandy zur Nervenstärkung mit auf die Weg gegeben. Eine Videobeitrag zum Umbau kann man sich auf der Webseite des Evening Standards anschauen.

Oaklandcounty115 news: Sicherheitswoche in Michigan

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Foto: Schindler

Man sollte meinen das ein Land, in dem selbst der nun gewählte Präsidentschaftsanwärter eine Rolltreppe für den großen Auftritt wählt, über einige Erfahrung mit dieser Technik verfügt. Weit gefehlt: Fast 27 000 Fahrstühle und -treppen sind allein Michigan in Betrieb. Dennoch hielt es der Gouverneur des Bundesstaates, Rick Snyder, für angebracht, die abgelaufene Woche als Sicherheitswoche zu deklarieren. Die Tipps sind so richtig, wie trivial: Finger weg von Fahrstuhltüren. Und bitte auch keinen Gehstock, Regenschirm oder Kinderwagen zwischen sich schließende Türen schieben. Was Rolltreppen betrifft: Nicht davor stehen bleiben. Gerade Kinder, ältere oder unsichere Menschen sollten sich zudem festhalten. Wir fügen hinzu: auch wenn die Wissenschaft derzeit das Gegenteil behauptet: „Wer rechts stehen, links gehen“ beherzigt, trägt viel zum sozialen Frieden in der Gesellschaft bei. Die Meldung zur Sicherheitswoche gibt bei oaklandcounty115 news.

 

 

Heinze: Schindler ist der Liebling der Architekten

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Schindler gewinnt beim Architects‘ Darling Award 2016 einen Phoenix in Gold in der Kategorie Aufzugtechnik. Foto: Schindler.

Am 10. November war es wieder so weit: Die „Oscars der Baubranche“ wurden vergeben. In Celle. Klingt jetzt nicht so glamourös. Ist es aber. Denn das auslobende Fachmagazin Heinze ist seit 50 Jahren der führende Informationsdienst der Baubranche in Deutschland. Die jährlich vergebenen „Architects‘ Darling Awards“ wurden 2016 allerdings erst zum sechsten Mal ausgelobt. Und Gold in der Kategorie Aufzugtechnik gewann in diesem Jahr – Tusch – Schindler! Danke, danke, wir fühlen uns sehr geehrt! Vor allem, weil die Jury unbestritten vom Fach ist: 1.600 Architekten und Planer gaben ihr Urteil ab. Zur Abstimmung eingeladen waren unter anderem die Leser des Heinze Architekten-Journals und die Besucher der Fachportale heinze.de und baunetz.de. Symbolträchtige Preisskulptur des Awards ist der Goldene Phoenix. Hoffen wir mal, dass wir nicht zu Asche werden müssen, bevor wir den Preis das nächste Mal gewinnen. Die vollständige Liste der Gewinner 2016 gibt’s auf der Presseseite von Heinze.de.

Prominent ignoriert: Zwei Politaufsteiger im goldenen Fahrstuhl

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Die politischen Gewinner des Jahres 2016: Donald Trump und Nigel Farage. Foto: Twitter @Nigel_Farage.

Phönix, Gold, Höhenflug – und bald wieder Asche? Der eine hat jedenfalls seinen Höhepunkt schon hinter sich. Vorerst. Um Nigel Farrage, britischer Wortführer des Brexits, ist es zuletzt etwas ruhiger geworden. Hat  er doch mit dem Votum seiner Landsleute für den Austritt aus der EU sein Ziel erreicht. Und nun? Fragt sich nicht nur die Insel, sondern ganz Europa. Zeit, einmal über den großen Teich zu spähen. Dort gewann der andere, Donald Trump, den Americans‘ Darling Award 2016, pardon, die Präsidentschaft. War er zur Verkündung seiner Kandidatur noch auf einer goldenen Rolltreppe eingeschwebt, nutzt er als President Elect nun den goldenen Fahrstuhl. Wer hat denn gesagt, dass man zur Revolution gegen das Establishment zu Fuß kommen muss? Wir sind jedenfalls dankbar, denn im Lift geht es bekanntlich nur nach oben und unten, und man kann nicht rechts abbiegen … Farages Tweet und die Reaktion der Öffentlichkeit darauf kann man bei Stern nachlesen.

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