Geschäftsidee im Elevator Pitch: Jetlag-frei mit jetlite

Schluss mit dem „Zeitzonenkater“: Das Hamburger Start-up jetlite kämpft gegen die Müdigkeit nach Langstreckenflügen – und zwar mit blauem Licht. Dr. Achim Leder erklärt in unserem wöchentlichen Elevator Pitch, wie das Ganze genau funktioniert. 

Elevator Pitch mit Dr. Achim Leder:

 

Das Team von jetlite: Felix Priebe, David Rommerskirchen, Achim Leder und Lena Schauerte

Das Team von jetlite: Felix Priebe, David Rommerskirchen, Achim Leder und Lena Schauerte

Wer seid ihr?

Wir sind jetlite – light to lighten jetlag und sind ein Team aus vier Personen: Lena Schauerte, David Rommerskirchen und Felix Priebe waren ehemalige Studierende von mir, die Luftfahrtmanagement studiert haben. Mein Name ist Achim Leder, und wir sind in Hamburg zu einem Start-up zusammengewachsen in den letzten Monaten. Seit Januar diesen Jahres sitzen wir im Airbus BizLab in Hamburg und bauen unser Start-up jetlite weiter auf.

Welches Problem hat euch auf die Idee für jetlite gebracht?

Im Rahmen meiner Doktorarbeit habe ich mich mit dem Komfortgewinn auf Langstreckenflügen beschäftigt und überlegt, was eigentlich so eines der größten Probleme auf diesem Gebiet ist. Jetlag ist eigentlich das, was am häufigsten genannt wird, wenn es um zeitzonenüberwindende Langstreckenflüge geht, und dementsprechend war die Überlegung relativ schnell da, etwas zur Letlag-Reduktion zu erforschen. Das Thema Kabinenbeleuchtung bietet einen guten Ansatz, weil da einige Forschungsergebnisse hingedeutet haben, dass das eventuell wirken könnte. Und wir haben das eben erforscht und tatsächlich auch nachgewiesen.

Farbiges Licht beeinflusst die biologische Uhr: rotes Licht "deaktiviert", blaues aktiviert.

Farbiges Licht beeinflusst die biologische Uhr: rotes Licht „deaktiviert“, blaues aktiviert.

Wie funktioniert jetlite?

Unser Produkt funktioniert so, dass letztlich blaues Licht, welches aktivierend wirkt, die Melatonin-Suppression fördert. Das heißt eben, das Schlafhormon Melatonin wird weniger produziert, und wir setzen das eben auf Langstreckenflügen zum richtigen Zeitpunkt ein. Also ein Algorithmus ermittelt im Vorfeld des Fluges: In welche Richtung geht der Flug? Die Stewardess an Bord gibt die Flugnummer ein, und dadurch wird errechnet, welche Strecke geflogen wird und wann welche Beleuchtung sinnvoll wäre, um eben auf die Produktion des Schlafhormons Melatonin Einfluss zu nehmen.

Was soll jetlite erreichen?

Jetlite führt dazu, dass der Passagier einen komfortableren Flug erlebt und am Ziel aktivierter und erholter ankommt und letztlich weniger Jetlag verspürt.

Was ist nötig für jetlite – und was braucht der Fluggast?

Die technischen Voraussetzungen an Bord neuerer Verkehrsflugezeuge – also beispielsweise Airbus A350 – sind bauseitig schon gegeben. Letztlich geht es halt darum, unseren Algorithmus einzusetzen. Was wir dazu anbieten werden, sind eben Nebenprodukte, die letztlich auch der Passagier selbst erwerben kann. Beispielsweise eine App, die eben schon im Vorfeld darauf hinweist, wie man sich vor dem Flug verhalten kann, um eben schon Jetlag-reduzierend auch seine Schlafrhythmik anzupassen. Aber eben auch beispielsweise mit Nachttischbeleuchtung, die über die App auch gesteuert werden kann und – schon auf den Flug vorbereitend – den Tagesrhythmus ein bisschen anpasst. Wenn man dann noch das Licht im Flugzeug dazu hat, dann ist man nicht ganz gegen Jetlag gefeit, aber man kann eben doch eine spürbare Jetlag-Reduktion erleben.

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