Foto-Ausstellung in Bielefeld: Architektur der 1960er- und 1970er-Jahre

Die brachialen Betonbauten der Nachkriegsjahrzehnte gefallen nicht jedem, eindrucksvoll sind sie allemal. Der Fotograf Stefan Brückner hat ihnen seine Bachelorarbeit High Rise gewidmet – und nun sogar eine eigene Ausstellung.

Berlin-Gropiusstadt © Stefan Brückner

Berlin-Gropiusstadt © Stefan Brückner

In den Jahren und Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs brauchte es in den Städten Europas vor allem eins: Wohnraum. Bezahlbar und modern sollen die neuen Quartiere sein, und so erlebt das vertikale Bauen einen regelrechten Boom. Punkthochhäuser und Großsiedlungen sprießen in den 1960er- und 70er-Jahren vielerorts aus dem Boden.

In West-Berlin sind es Stadtrandsiedlungen wie das Märkische Viertel und die Gropiusstadt, die zehntausenden Bürgern der unteren Einkommensschichten Platz zum Leben bieten, La Rouvière heißt ein ähnliches Projekt an der Peripherie von Marseille.

Biscione in Genua © Stefan Brückner

Biscione in Genua © Stefan Brückner

Später kommt in Berlin das Pallasseum hinzu, ein Betonriegel im Stadtteil Schöneberg. Biscione („große Natter“) alias Forte Quezzi lautet der Name eines entsprechenden Komplexes in der italienischen Hafenstadt Genua. Die Wohnzeilen der Telli im schweizerischen Aarau bekommen wegen ihres Aussehens den Beinamen „Staumauern“ verpasst.

Trellick Tower im Londoner Stadtteil North Kensington © Stefan Brückner

Trellick Tower im Londoner Stadtteil North Kensington © Stefan Brückner

Dazu kommen solitäre Wolkenkratzer: Der 31-stöckige Trellick Tower sowie der etwas niedrigere Balfron Tower in London werden im Stil des Brutalismus erbaut, graubraune Waschbetonplatten bestimmen ihre Fassaden. Das Uni-Center in Köln-Sülz gehört noch über 40 Jahre nach seinem Bau zu den größten Wohnhäusern Europas.

Der Fotograf Stefan Brückner hat für seine Bachelorarbeit High Rise all diese Wohnriesen und Betonungetümer in ihrer Imposanz und zweifelhaften Schönheit abgelichtet, seine Arbeiten sind vom 21. Oktober bis zum 5. Februar in der Kommunalen Galerie in Bielefeld zu bewundern.

Mehr Infos dazu unter raum-21.org und unter stadtwerke-bielefeld.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.