Aufzüge in aller Welt: Kehlsteinlift (Bayern)

Ein glänzender Fahrstuhl aus finsteren Zeiten: In den Dreißigerjahren ließ sich Adolf Hitler am Obersalzberg das Kehlsteinhaus bauen. Noch heute befördert der Lift mit Wandspiegeln und goldenen Messingplatten seine Besucher 124 Meter in die Höhe. 

Der Kehlsteinlift fährt von der Kehlsteinstraße hinauf zum Berggasthaus.

Der Kehlsteinlift fährt von der Kehlsteinstraße hinauf zum Berggasthaus.

Blick in den Kehlsteinlift

Blick in den Kehlsteinlift

Am Kehlstein, einem 1881 Meter hohen Berg in den bayerischen Alpen, wird trotz des berauschenden Ausblicks, den er auf die Weite des Berchtesgadener Landes bietet, für immer ein Makel haften bleiben. Denn hier, knapp unterhalb des Gipfels, ließ die NSDAP ab dem Jahr 1937 ein Berggasthaus errichten, das Kehlsteinhaus. Das umliegende Gebiet gehörte zum sogenannten Führersperrgebiet Obersalzberg, von dem aus Adolf Hitler bisweilen seine Regierungsgeschäfte tätigte und wo er auch Staatsgäste empfing.

Von den Nationalsozialisten aufwendig ausgestaltet, überstand das Kehlsteinhaus (von den Amerikanern „Eagle’s Nest“ genannt, also „Adlerhorst“) den Krieg unbeschadet und wird heute von rund einer halben Million Besucher pro Jahr besichtigt. Dabei führt zunächst ein 124 Meter langer und 3 Meter hoher Tunnel vom Buswendeplatz zum Kehlsteinlift. Dieser Aufzug, wiederum 124 Meter hoch, endet dann direkt im Berggasthaus.

Messingplatten, Spiegel, Ledersitze

Die Fahrt hinauf dauert 41 Sekunden und bietet somit genug Zeit, um das luxuriöse Innere des weitergehend original erhaltenen Fahrstuhls ausgiebig begutachten zu können: Polierte Messingplatten und venezianische Spiegel bilden die Wandverkleidung, gepolsterte und mit grünem Leder bespannte Sitze lassen sich ausklappen. Ein Telefon aus Bakelit gehört genauso zur Ausstattung wie eine mechanische Uhr. Hergestellt wurde die Kabine von der Berliner Aufzugsfabrik Carl Flohr.

Der Bau des Aufzugssystems im Inneren des Berges kostete zwölf Facharbeitern das Leben. Die Baukosten für das gesamte Kehlsteinhaus betrugen etwa 30 Millionen Reichsmark – was heute rund 122 Millionen Euro entspräche. Hitler erhielt das Ensemble nach 13-monatiger Bauzeit als Geschenk zu seinem 50. Geburtstag, weilte aber nur ungefähr zehn Mal dort, weil ihm Ausflüge dorthin als zu riskant erschienen. Er soll unter anderem gefürchtet haben, dass der Aufzugsschacht nicht gut genug vor Blitzeinschlägen schützen würde.

(Quellen: kehlsteinhaus.de, kehlsteinhaus.com, de.wikipedia.org)

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